Bereits seit einigen Jahren entwickeln sich die Leistungen von Handys und Akkus nicht mehr wirklich gleich schnell. Riesige, superhelle HD Displays und 8 kernige, hochleistungs Prozessoren benötigen selbst im optimalsten Fall einiges an Energie und der optimale Fall hat in der Regel nichts mit einem normalen Handyalltag zu tun.

Bereits mit geringem Aufwand kann jeder Handynutzer auch ohne besondere Kenntnisse seine Akkulaufzeit deutlich verlängern.

Wer sich etwas intensiver mit dem Thema beschäftigt kann die komplette Übersicht und Kontrolle über den Akkuverbrauch gelangen und bei Bedarf die Laufzeit von einigen Stunden auf mehrere Tage verlängern.

Akkulaufzeit bei Android verbessern für Anfänger und Profis

Akkulaufzeit bei Android verbessern für Anfänger und Profis

Die folgenden Tips sind theoretisch nicht von einer bestimmten Androidversion abhängig und sollten demnach bei praktisch allen Handys funktionieren. Je nach Version oder Oberfläche könnten einige Einstellungen aber evtl. andere Namen haben oder an anderen Stellen zu finden sein.

Phase 1 - kleine Änderungen für Jedermann

 keine Vorkenntnisse, Vorbereitungen oder Root nötig
  • Facebook App

    Die Facebook App und der Facebook Messenger gehören zu den größten Akkuverschwendern und sollten deaktiviert oder deinstalliert werden.
    Natürlich muss man jetzt nicht ohne Facebook auskommen, wer möchte kann die Facebook Seite, wie auch am PC, über einen beliebigen Browser besuchen, wesentlich komfortabler ist aber die App „Metal„. Die App ist kostenlos im PlayStore erhältlich. Mit der Metal App erledigt man sämtliche Tätigkeiten bei Facebook und Twitter nach kurzer Eingewöhnung deutlich schneller und Akku sparender als mit der orig. Facebook App.

  • Display Timeout und Helligkeit

    Das Display gehört zu den größten Stromverbrauchern. Oft benötigt man nicht die volle Helligkeit des Displays, besonders im Dunklen oder Zuhause bemerkt man es kaum wenn man die Helligkeit von 100% auf z.B. 70% herunter regelt. Der Akkuverbrauch sinkt dadurch schon recht deutlich.

  • Autostart und Hintergrund Apps

    Auch wenn man es nicht auf den ersten Blick sieht und keine Appfenster sichtbar sind, bereits beim Starten des Handys laufen etliche Apps im Hintergrund. Gleiches gilt auch beim Sleep oder Standby. Das Handy liegt ruhig und friedlich auf dem Tisch oder in der Tasche und sollte doch während dieser Zeit möglichst wenig Strom verbrauchen, leider spielen viele Apps da aber nicht mit und laufen unbeirrt im Hintergrund weiter, hindern das Handy am Tiefschlaf oder wecken Es sogar grundlos auf. Auch wenn Google in Marshmallow genau an diesem DOZE Feature gearbeitet hat, das Problem bleibt. 
    Auch ohne Root oder XPosed Framework kann man den Autostart und die Hintergrundaktivitäten von installierten Apps deutlich reduzieren.
    Besonders für Anfänger finde ich die App „Droid Optimizer“ von Ashampoo sehr cool. Die App managt den Autostart, beseitigt Datenmüll und beendet unnütz laufende Apps zuverlässig.
    Ohne Root muss man allerdings meist mit laufenden Systemapps leben, diese lassen sich nämlich oft nicht einfach beenden oder deinstallieren.

     

  • Sensoren Abschalten

    Viele Androidnutzer machen sich nicht die Mühe ungenutzte Sensoren auszuschalten obwohl die Schalter über die Schnelleinstellungen bequem zu erreichen sind. Bluetooth, GPS oder Wlan sind mehr als nur Schalter, genau wie der Hauptprozessor benötigen auch diese Chips Strom für Ihre Kommunikation. Jeder nicht genutzte Sensor sollte deshalb ausgeschaltet werden, gleiches gilt auch für die mobilen Daten. 

Phase II - noch weniger Stromverbrauch bei mehr Leistung dank ROOT

Voraussetzung ist ein Gerät mit funktionierendem ROOT

Was ist Root?

Der Begriff Root kommt aus der Linux-Welt. Durch den Root-Vorgang bei Android erlangt der Nutzer Super-User-Rechte und hat vollen Zugriff auf das gesamte Dateisystem eines Geräts. Das ermöglicht tiefgreifende Anpassungen und Änderungen an der Software. Aber es stellt für unerfahrene Nutzer auch eine große Gefahr dar, weil wichtige Systemdateien gelöscht werden können. Das ist auch einer der Gründe, warum Smartphones standardmäßig nicht gerootet sind und Ihr beim Android-Rooten nicht leichtfertig sein solltet.

Der Root-Zugriff erfolgt oft durch ein Script, das man im Download-Modus von Android installiert und das sich dann automatisch ausführt. Dieses Script nutzt oft eine Sicherheitslücke im Betriebssystem-Kern aus und führt eine sogenannte Privilege Escalation aus. Dieser Rechteaufstieg macht Euch vom User zum Super-User mit den oben erklärten Root-Privilegien. Die dabei installierte App SuperSU kümmert sich darum, dass Ihr die Kontrolle darüber behaltet, zu welchem Zeitpunkt eine App diese Root-Rechte nutzen darf.

Quelle: Androidpit.de

  • volle Autostart Kontrolle und Mehr

    Erst wer sein Handy gerootet hat ist auch wirklich der Herrscher über sein Gerät. Sind normalerweise die vorinstallierten Systemapps und Dienste unantastbar müssen Sie sich einem ROOT Benutzer unterordnen, denn auch wenn Samsung, Sony und Co. mein Handy gebaut haben, ich habe es bezahlt und will es auch nach meinen Wünschen anpassen. Für mich eines der besten Programme zur Kontrolle des Autostarts (Receiver), Systemreinigung uvm. ist „SD Maid Pro. Neben dem Auschalten der Autostart Einträge kann SD Maid alle Apps einfrieren, als APK exportieren, Apps inkl. aller Daten löschen oder Sie in den Neuzustand versetzen. Das Programm verfügt neben der ausführlichen Oberfläche auch über einen OneKlick Scan.

  • verschiedenste Tweaks

    Wer neben den reinen Akkusparmaßnahmen auch die Leistung seines Android Systems verbessern will sollte „L Speed ROOT

    unbedingt mal ausprobieren. Das Programm ist kostenlos und kann entweder über eine einfache oder eine erweiterte Benutzeroberfläche konfiguriert werden. Benutzt man die einfache Oberfläche ist die gesamte Optimierung mit wenigen Klicks erledigt. Das Resultat ist ein deutlich flüssigeres System und weniger Ressourcenverbrauch.

     

     

  • Tiefschlaf dank Greenify und Amplify

     siehe unten „XPosed Framework Greenify/Amplify“

    Greenify und Amplify sind mit ROOT auch ohne XPosed Framework in vollem Umfang nutzbar, hat man das Framework allerdings bereits installiert sollten Greenify/Amplify XPosed auch benutzen.

Phase III - keine Kompromisse dank XPosed Framework

 Voraussetzung ist ein gerootetes Handy mit aktivem XPosed Framework und die XPosed Installer App. Danach stehen Ihnen knapp 1000 XPosed Module zur Verfügung um Ihr Gerät auf die eigene Bedürfnisse anzupassen. 

XPosed Framework ?

Der Name Xposed spielt auf exposed an, also ausgesetzt oder offengelegt. Es legt Euch, beziehungsweise Mod-Entwicklern, einen einfachen und zuverlässigen Zugang für tiefgreifende Veränderungen im Android-Betriebssystem. Diese Modifikationen lassen sich dank dieses Zugangs so simpel wie Apps installieren und auch wieder deinstallieren. Sie erlauben es, das Aussehen der Benutzeroberfläche entweder des Betriebssystems oder einzelner Apps zu verändern. Außerdem können Module des Xposed-Frameworks das Verhalten jedes einzeln ausgeführten Befehls beeinflussen.

Xposed hat sich als Standardwerkzeug für Android-Modder etabliert

Diese Modifikationen wären ohne das Xposed-Framework nur sehr kompliziert umsetzbar. Durch die einheitliche Programmier-Basis mit dem Framework und die Download-Funktion mit dem Xposed Installer hat sich das Duo als Standardwerkzeug für Android-Modder etabliert.

Quelle: Androidpit.de

  • je tiefer der Schlaf desto besser

    Dank Greenify und Amplify spart man bereits eine Menge an Akkukleistung und Android schläft tief und fest wenn man das Handy nicht braucht. „Power Nap ergänzt dies noch um eine weitere sinnvolle Funktion. Geht das Gerät nämlich mit aktiviertem Wi-Fi, Bluetooth, GPS usw. in die Schlafphase dann bleiben diese Sensoren auch aktiv. Power Nap kann die Sensoren entweder automatisch sobald das Gerät einschläft oder abhängig vom Akkustand um die letzten Prozent Akku für Notfälle übrig zu haben. Mithilfe einer WhiteList kann ich Programme davon ausnehmen, sodass z.B. meine Laufapp trotz Tiefschlaf des Handys das GPS Modul weiter benutzen darf.

  • besser schlafen dank Greenify

    Wenn man sein Handy gerade nicht nutzt sollte Android eigentlich nach einer gewissen Zeit „einschlafen“. In der Realität funktioniert das allerdings nicht wirklich gut, denn alle möglichen Programme möchten ungerne etwas verpassen und halten Android davon ab in die Tiefschlafphase zu kommen. „Greenify löst genau dieses Problem. Dabei kann der Nutzer frei konfigurieren welche Programme bei Inaktivität in den Ruhezustand versetzt werden und beendet diese zuverlässig. Greenify macht damit genau das was auch Android ab Marshmallow mit dem „DOZE“ Feature macht, nur viel besser. Greenify kann auch auf „normalen“ nicht gerooteten Handys verwendet werden, natürlich fehlen einem dann aber die nötigen Rechte um auch Systemprogramme oder einige Herstellerapps zu beenden.

  • nicht sinnlos aufwecken lassen

    Greenify hilft Android dabei einzuschlafen, wichtig ist es aber auch durchzuschlafen und nicht ständig von irgendetwas Unnützem geweckt zu werden. Genau hier setzt Amplify an. Im Hintergrund laufen trotz Greenify noch Dienste, es werden auch regelmäßig verschiedenste Wakelocks gesendet welche in regelmäßigen Abständen Programme wecken nur um Sie etwas zu fragen und bei bestimmten Ereignissen werden Alarme ausgelöst, welche dann wiederum andere Aktionen starten. Dank Amplify hat man die volle Kontrolle über alle Dienste, Wakelocks und Alarme. Das Programm kennt die schlimmsten bekannten „Aufwecker“ bereits automatisch nach der Installation und setzt einige Einstellungen automatisch, danach ist es nötig das Handy einige Zeit zu nutzen und dabei am Besten sämtliche Sensoren zu aktivieren. Amplify speichert dann diese Daten. Jetzt kann man bequem Dienste ausschalten, Wakelock Zeiten steuern und Alarme abschalten.

Abschließende Worte zum Thema

Die Frage ob oder in wie Fern man sein Handy optimiert, anpasst oder rootet muss jeder für sich selbst beantworten. Für mich steht es fest das ich das Maximum aus meinem Handy raus holen will und mir nicht vom Hersteller irgend etwas aufdrängen lasse. Beim rooten sollte man aber daran denken das die Garantie erlöschen oder das Handy unbenutzbar werden kann, ist man aber Besitzer eines günstigen Chinahandys ist es das sehr geringe Risiko wert. Bei „normaler“ Nutzung mit Musik hören, WiFi und mehrstündigen GPS Läufen liegt meine Akkulaufzeit momentan bei ca. 2 Tagen, im Originalzustand mit original Firmware hielt das Handy durchschnittlich nur einen halben Tag (Doogee X5 Pro, Android 6.01 x64).

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