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Under Armour war für mich bislang eigentlich nicht wirklich eine Marke der ich besondere Aufmerksamkeit geschenkt habe. Das Markenlogo war mir zwar von T-Shirts bekannt allerdings dachte ich eher es sei eine Lifestyle als eine ernstzunehmende Marke für Sportbekleidung oder gar Laufschuhe.

In den USA besitzt das 1996 gegründete Unternehmen in einigen großen Sportvertriebsketten bereits Marktanteile welche über denen von Adidas oder Nike liegen und so langsam erobert Under Armour auch den deutschen Markt.

Ich bin deshalb sehr froh die Gelegenheit gehabt zu haben den brandneuen SpeedForm Fortis bereits vor der Markteinführung in Deutschland testen zu können und bin sehr gespannt wie der Schuh sich gegenüber den bei mir etablierten Markenschuhen so schlägt.

Testfacts

Tester: Patrick
Testzeitraum: ca. 3 Wochen ; versch. Läufe auf Asphalt, Schotter, Waldwegen, Trails (trocken, nass)

Details zum Schuh:

Modell: SpeedForm Fortis
Farbe: Red
Sprengung (Höhendifferenz Vorfuss/Ferse): 8mm
Gewicht: 240gr. laut Hersteller ; 282gr. bei Größe 45,5
Technologien:

CHARGED DÄMMUNG: Energie geben. Kraft bekommen.
  • Die innovative UA SpeedForm® Technologie sorgt für null Ablenkung beim Laufen
  • Anatomische, gestützte Passform dank nahtloser Fersensohle mit Silikonbesatz
  • Glatte, ultraschallverschweißte Nähte mit Bemis-Klebeband erlauben hautenge Stütze und Komfort
  • Das Obermaterial aus ArmourVent™ Netzstoff bietet wirkliche Atmungsaktivität in einem leichten, dehnbaren, schnelltrocknenden Jacquard-Strickstoff
  • Verstellbarer Fixierriemen an der Ferse für besseren Sitz
  • Obermaterial mit Reflexion im 360° Radius
  • 6 mm starker geformter 4D Foam® im Fußbett für zusätzliche Dämmung und Feuchtigkeitsabtransport mit gleichzeitig nahtlosem Tragekomfort
  • Eine Charged Foam Schicht für einen gedämpften und reaktionsstarken Lauf. Die meisten Schaumstoffe tun das eine oder das andere, Zweck, Charged Foam macht beides. Besser.
  • Zusätzliche Dämmung an der Ferse und strategische flexible Rillen im Vorderfuß passen sich deiner Auftrittskraft auf natürliche Weise an und unterstützen einen kraftvollen Lauf
  • Die robuste Gummiaußensohle in den Aufprallbereichen erhöht die Strapazierfähigkeit ohne Zusatzgewicht
  • Höhenunterschied zwischen Zehen- und Fersenbereich: 8 mm
  • Gewicht: 240 g
  • Imported

UVP: 109,99$ ; 120€ (der Preis aus den USA wurde also nicht übernommen)

[panel style=“danger“ title=“Anmerkung“ box_color=“#4c86d4″ title_color=“#ffffff“ radius=“10″]Der Schuh fällt extrem klein aus. Als Größe habe ich 45 angegeben da ich in praktisch allen Schuhen 45 habe (Adidas 45 1/3) (inkl. 1 daumenbreit Platz). Der Fortis wurde vorrausschauend in 45,5 geliefert und bietet noch einen kleinfingerbreit Platz. Also auf jeden Fall eine Nummer größer bestellen.[/su_box]

Optik/Haptik
Der SpeedForm Fortis sieht auf den ersten Blick nach einem Schuh mit ordentlich Dämpfung aus. Auch wenn mich das Design nicht so sehr anspricht, finden sowohl meine Kids (auch die kritischen Mädels) als auch meine Frau den Schuh optisch Klasse, das Logo können Sie allerdings keinem Hersteller zuordnen.
Das Obermaterial erinnert etwas an Flyknit oder Primeknit, fühlt sich aber eher gummiartig an.
Under Armour SpeedForm Fortis im Test
Der Schuh hat 2 relativ auffällige Eigenheiten welche Ihn von meinen anderen Schuhen unterscheidet, zum Einen die Fersenkonstruktion aus ungepolstertem Stretch-Gummi Material mit Fersenkappe und zum Anderen die Einlegesohle. Bei der Einlegesohle ist es so, das man Sie nicht nur nicht heraus nehmen kann weil Sie verklebt ist, sondern rein optisch hat der Fortis gar keine Einlegesohle. Der Schuh ist also im sogenannten Monosock Prinzip gefertigt, was bedeutet Obermaterial und das Material unter dem Fuß sind ein Stück im Prinzip wie eine Socke. Die Zunge besteht ebenfalls aus Stretch-Gummi. Der komplette Schuh wird in einer reinen Bekleidungsfabrik gefertigt.

Under Armour SpeedForm Fortis im Test

Laufen mit dem SpeedForm Fortis
Wie wahrscheinlich die meisten von Euch dachte auch ich vor dem ersten Lauf nicht unbedingt daran das die Fersenkonstruktion bequem sein kann. Durch das Monosock Prinzip sieht der Schuh irgendwie so aus als müsste man Ihn ohne Socken laufen, da ich das aber eigentlich nicht mag lasse ich die Socken ersteinmal an. Die Passform würde ich als „normal“ oder „mittel“ bezeichnen. Die Zehenbox ist relativ flach bietet in der Breite aber genügend Platz. Das Obermaterial ist sehr dehnbar und legt sich ohne Druck bequem um den Fuss. Der Schaft ist nicht so eng wie gedacht und berührt die Ferse und die Knöchel ohne zu schnüren nur ganz leicht. Nach dem der Schuh ordentlich geschnürt ist, liegt der Schaft schön an Knöchel und Ferse an ohne zu drücken. Der Fersenhalt wird dabei aber hauptsächlich durch das als oberstes Schnürungsloch fungierende Overlay realisiert. Eine Marathonschnürung ist somit bei diesem Schuh nicht möglich, aber auch nicht nötig. Die Fersenkappe ist übrigens sehr flexibel und nicht starr. Das Gefühl an der Ferse ist am Anfang befremdlich, also nicht gleich nach dem Anprobieren wieder ausziehen, es lohnt sich dem Schuh eine gewisse Gewöhnungsphase zu gewähren. Nach einigen Kilometern verschwindet nämlich , zumindest bei mir, jede Art von komischem Gefühl. Man denkt fast man hätte hinten offene Schlüpper an und wundert sich dann warum die Ferse sich nicht aus dem Schuh bewegt. Der Halt und das Gefühl ist also echt Klasse und auch nach Stunden gibt es keinerlei Druckstellen vom Schaft geschweigedenn Blasen. Das eigentliche Laufgefühl des Schuhs ist dafür eigentlich gar nicht gewöhnungsbedürftig. Wie erwartet dämpft besonders die Ferse sehr gut und relativ soft, der Vorfuss ist wesentlich fester und kommt den flotteren Vorfussläufern entgegen.

Da der Schuh ja meiner Meinung nach so aussieht als wäre er zum Laufen ohne Socken gemacht, habe ich auch das einmal ausprobiert. Wie oben bereits erwähnt hasse ich läufe ohne Socken und meine zarten Füßchen sind wirklich sehr empfindlich 🙂 . Nach über einer Stunde im Schuh ist mein Fazit zweigeteilt. Also eins vorweg, ich hasse immer noch laufen ohne Socken. Wer das Laufen ohne Socken allerdings gewöhnt ist dürfte mit dem Fortis keine Probleme bekommen. Und warum jetzt Zweigeteilt?, ganz einfach, links Top, rechts Flop. So ungefähr, nach meinem Lauf über 15km habe ich nichteinmal Abdrücke vom Schaft am Knöchel oder der Achillissehne (siehe Bild). Keine Blasen, weder vorne noch hinten und die Schweißentwicklung hält sich trotz der 30 Grad + in Grenzen. Auf dem rechten Knöchel hat es aber einen kleinen Punkt erwischt. Woran das genau liegt kann ich nicht sagen, ob meine Füße minimal unterschiedlich sind, es an der Schnürung lag oder diese Stelle evtl. unbemerkt schon vorbelastet war.

Under Armour SpeedForm Fortis im Test

Dämpfung

Wie jeder Hersteller hat auch Under Armour eine eigene geheime EVA Schaum Variation. Bei Under Armour nennt sich das Material „Charged“ Foam. Eigenschaften welche an ein Wunder grenzen kann ich genau wie bei Boost auch bei Charged nicht entdecken. Seine eigentliche Arbeit verrichtet der Charged Schaum aber ordentlich. Für Fersenläufer ist der Schuh extrem gut gedämpft und wird somit besonders bei langen Läufen oder langen bergab Passagen die Muskeln und den Rest des Bewegungsapparates mehr schonen als viele andere Schuhe. Ich als Mittel-/Vorfussläufer finde den Schuh zwar auch bequem, aber der Vorfuss ist wesentlich weniger weich gedämpft und dynamischer, womit auch schnellere Einheiten Spass machen. Der Dämpfungskomfort lässt für mich aber kaum Wünsche offen und bleibt auch über Stunden angenhem.

Under Armour SpeedForm Fortis im Test

Grip/Haltbarkeit

Under Armour scheint seiner Aussensohle keinen eigenen Namen spendiert zu haben, also nenne ich Sie mal Aussensohle :-). Die farblichen Unterschiede machen gleichzeitig die Härteunterschiede der Aussensohle sichtbar. Die weissen Bereiche sind etwas weicher als die Grünen. Der Grip auf Asphalt ist auch bei Nässe einwandfrei. Waldwege, Trails und Weinberge laufen sich ebenfalls ohne Probleme und auch hier lässt der Schuh sich von Nässe nicht beeindrucken. Tiefen Schlamm mag die Sohle natürlich nicht so gerne. Ab und zu können sich Steinchen genau zwischen dem roten und dem weissen Bereich festsetzen, bisher konnte ich diese aber immer einfach abstreifen ohne anzuhalten oder Hand anzulegen. Über die Haltbarkeit kann ich noch keine verlässliche Aussage treffen, bei der momentanen Abnutzung nach meinen Läufen würde ich der Sohle aber eine Haltbarkeit von über 800km zutrauen.

Under Armour SpeedForm Fortis im Test

Fazit
Der SpeedForm Fortis ist ein Schuh welcher bestimmt vielen Läufern sehr gut gefallen könnte wenn man Ihm eine Chance gibt. Das Obermaterial ist sehr bequem und als Monosock gefertigt. Die Ferse bietet guten Halt ohne jeglichen Druck und die Dämpfung bietet besonders für Fersenläufer sehr guten Komfort mit wenig Energieverlust. Die UVP in den USA macht den Schuh zu einem echten Schnäppchen bzw. Preis-/Leistungstip, in Deutschland kostet der Schuh, immernoch günstige 120€.

 

 

Under Armour SpeedForm Fortis

120€
Under Armour SpeedForm Fortis im Test
8.6

Optik/style

8/10

Passform

9/10

Dämpfung Ferse

9/10

Dämpfung Vorfuss

8/10

Schaft/Ferse

9/10

Grip Asphalt nass

9/10

Preis-/Leistung

9/10

Stärken

  • Monosock Aufbau
  • Material sehr weich und dehnbar
  • guter Fersenhalt ohne Druck
  • extrem gute Fersendämpfung
  • gute Dämpfung Vorfuss
  • günstiger Preis

Schwächen

  • in Deutschland noch nicht erhältlich ( inzwischen schon)
  • Under Armour als Laufschuhhersteller in DE eher unbekannt
  • viele Läufer werden Ihm aufgrund der anderen Fersenkonstruktion vielleicht keine Chance geben

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