EquipmentEnduro121

 

Um lange Läufe über mehrere Stunden hinweg ohne Verpfelgungsstationen zu absolvieren kommt man um die Anschaffung eines Trinkgürtels oder Laufrucksack kaum herum. Auch hierbei ist die Auswahl riesig. Vor der Anschaffung ist es manchmal gar nicht so leicht langfristig abzuschätzen was man genau benötigt. Als ich meinen ersten Trinkgürtel (2x125ml+kleine Tasche) gekauft habe, dachte ich eigentlich mehr braucht man nicht und für viele Trainigsläufe ist es auch so.
Will man aber z.B. an offiziellen Ultraläufen teilnehmen, dann wird eine gewisse Grundausstattung vorgeschrieben, dazu kann z.B. die Menge an Wasser oder Verpflegung, Handy, GPS oder aber auch spezielle Kleidung oder Notfallausstattung gehören.

Herstellerbeschreibung/Infos

Zusammen mit Weltklasseathleten enwickelt, unterstützt dieser Leichtgewichtsrucksack die Performance auf Ultra-Distanz Läufen. Technische Lösungen, umgesetzt in einem der Anatomie und Biomechanik entsprechenden Schnitt, macht den Enduro 12 zur ersten Wahl unter ambitionierten Ultra-Distanz Runnern.
Inhalt: 12 liter
Gewicht: 289 gr.
Einheitsgröße

Optik/Haptik

Der Dynafit Enduro ist in 3 stylischen Farben erhältlich. Mit einem Gewicht von unter 300gr. ist Er sehr leicht und dank des dünnen Materials lässt Er sich auch platzsparend zusammen legen. Die Konstruktion (Materialauswahl, Anordnung der Taschen und Riemen) macht, zumindest für mich, einen durchdachten und praktikabelen Eindruck. Beim Enduro hat Dynafit keinen Platz verschwendet. An jeder Stelle kann man etwas verstauen oder befestigen. Es stehen 4 Köcher für Trinkflaschen zur Verfügung. Die beiden Taschen rechts und links unten an den Tragegurten sind mit einem Reissverschluss versehen und nehmen problemlos einen immer erreichbaren Vorrat an Gels oder Riegeln auf. In der kleinen Tasche auf dem Schultergurt (in Brusthöhe) verstaue ich immer mein Handy, so funktioniert das GPS immer optimal und ich kann alle Ansagen oder Musik fast in Ohrhöhe hören ohne andere zu stören.
Das Hauptfach des Enduro bietet 12 l Stauraum. Da kann man schon einiges verstauen, Jacken, Hosen oder Ersatzschuhe passen ebenso hinein wie etwa eine Trinkblase, welche zusätzlich mit einem Klett fixiert werden kann.
Zusätzlich gibt es noch ein kleines Fach um Accessoirs zu verwahren. Natürlich hat Dynafit auch für entsprechende Aufnahmen für Stöcke gesorgt.
Ausser einem Mesh (wahrscheinlich aus Gründen der Atmungsaktivität) wird eigentlich komplett auf eine Schulterpolsterung verzichtet, was ich vor dem ersten Lauf doch als sehr kritisch betrachtet habe.
Die Nähte, Reissverschlüsse, Zuggummis und deren Fixerungen machen einen hochertigen, fehlerfreien Eindruck.
Designtechnisch hat Dynafit, wie auch schon beim Feline SL, für mich wieder alles richtig gemacht. 

Funktion (erster Versuch ohne schauen und denken 😡  )

Nachdem ich ja bereits einige Male problemlos mit meinem, eigentlich nicht zum Laufen konstruitern Quechua Rucksack gelaufen bin erwartete ich beim Enduro keine Probleme. Der Rucksack sitzt recht weit oben, das hat den Vorteil das der untere Rücken weitestgehend frei, beweglich und luftig bleibt. Vom Gefühl her errinnert mich der Enduro eher an so eine Art Anzugweste als an einen Rucksack, da man Ihn wirklich kaum spürt.
Mit Vorfreude schließe ich den Brustgurt, stecke mir 2 500ml. Flaschen in die vorderen Halterungen, Handy und Gel in die Taschen und mache mich auf den Weg in den Wald. Bevor ich den Wald erreiche drehe ich wieder um ziehe den Enduro aus und laufe mit meinem alten Trinkgürtel wieder los. Was war passiert?, der Enduro und die vorderen Flaschen hatten wohl genauso viel Vorfreude wie Ich und deshalb hüpften und tanzten Sie einfach unerträglich zusammen herum. Ich war so enttäuscht und musste mir erst einmal den Frust wieder „ablaufen“.

 

Funktion (nach der Problemanalyse und Lösung 💡 😀  ) 

Nach meinem ersten Erlebnis, einem Frustlauf und einer heißen Dusche hatte ich mich wieder beruhigt und fing irgendwie an daran zu zweifeln das wirklich nur der Enduro an den Problemen schuld gewesen ist und Dynafit eine Fehlkonstruktion produziert hat.
Nachdem ich mir dann noch einmal jedes kleine Detail angeschaut und seine Bedeutung zugeordnet habe blieben die beiden Riemen auf den Schultern übrig. Ich erinnerte mich auch daran das ich bereits bei meinem anderen Rucksack nicht wusste wofür diese Dinger gut sind.
Ich zog also die Riemen fest machte den Brustgurt zu, steckte meine 2 500ml ein und hatte bereits nach wenigen Schritten ein schlechtes Gewissen Dynafit eine Fehlkonstruktion zugetraut zu haben.
Der Enduro sitzt mit den richtigen Riemeneinstellungen nämlich genau so wie ich es mir erhofft habe. Natürlich wackeln die Flaschen etwas und das Geräusch von schwappender Flüssigkeit ist deutlich hörbar, aber der Enduro sitzt fest am Körper und stört kein bischen. 2 Flaschen kann er also schonmal.
Um das komplette Platzangebot auszunutzen machte ich den nächsten Lauf mit vollgestopftem Rucksack, im Enduro hatte ich also 2x 500ml. Flaschen vorne,
2x 1l Colaflasche hinten, 2l Trinkblase im großen Fach, Regenjacke, Handy, Gel, Riegel, Handtuch, Sonnenbrille, Kopfhörer, Geldbeutel, Schlüssel.
Das Gewicht von mind. 5-6kg war deutlich zu spüren, aber trotz der „Enduro Maximalausstattung“ konnte ich gut laufen und der Enduro saß immer noch sehr gut, die Riemen mussten vorher allerdings an die Veränderungen angepasst werden.
Auch nach fast 3 Stunden hatte ich keine Probleme mit dem Gewicht, Druck-/ oder Scheuerstellen. Erstaunlicher Weise drückten die Schultergurte trotz des hohen Gewichtes nicht wie befürchtet obwohl ich eigentlich dachte das wäre nur mit ordentlicher Polsterung möglich.

 

Fazit

Das Laufen ohne voll gestopften Rucksack bequemer ist versteht sich von selbst. Auch muss man sich erst einmal an das Laufen mit Rucksack gewöhnen. Wenn es aber sein muss, dann ist der Enduro ein super Begleiter. 4 Flaschen und jede Menge anderen Kram beim Lauf dabei zu haben ist jetzt kein Problem mehr. Ich benutze den Enduro 12 übrigens inzwischen neben dem Laufen auch fürs Biken und Familienausflüge. Auch für kürzere Läufe mit nur einer Flasche nehme ich jetzt lieber den Enduro als meinen Trinkgürtel.
Die UVP von 80€ halte ich für einen sehr fairen Preis.
Mit nur  2 Produkten Feline SL und Enduro 12 hat Dynafit mich so sehr überzeugt das ich sogar fast täglich die Dynafit Mütze (Geschenk von Dynafit) anziehe um meine Verbundenheit zu demonstrieren.

Dynafit Enduro 12

Dynafit Enduro 12
89.333333333333

Optik

9/10

    Stauraum/Anordnung bei 12l

    10/10

      Extras (Gummis etc.)

      8/10

        Qualität

        9/10

          Sitz/Komfort

          9/10

            Preis-/Leistung

            9/10

              Stärken

              • leicht
              • guter Sitz
              • robust
              • Stauraum gut nutzbar
              • clevere Anordnung der Taschen und Riemen
              • fairer Preis

              Schwächen

              • Loch für die Trinkblase ist schwer zu finden

              12 Kommentare

              1. Danke für deinen Testbericht – hat mir gut gefallen – auch mir gefällt der Dynafit vom Aussehen und der Beschreibung gut. Eine Frage ist jetzt ganz am Schluss deines Artikels noch aufgekommen: Ich laufe mit Trikblase, nicht mit Flaschen. Was bedeutet dein Minus am Ende, das er kein Loch für den Schlauch hat ? Wie führst Du den Schlauch dann heraus ?

              2. Hi,
                Sorry – I understand German but writing in German is hard for me. So I start in English, wenn English zu schwer für Sie ist, würde ich es auf Deutsch probieren…

                The hole is there, very easy to locate. Just put your hand in the backpack and try to follow the shoulder straps, from the inside. Voila, there is the hole. You can guide the bladder tube from inside, along the shoulder straps!

                I do have one question for you – the loop on the top of the back pack (the small black piece of string you can use to hang the backpack on something). The ends of it feel VERY hard. Does not that scratch your skin?

                Danke,
                Jan

              3. hey, danke für diesen Testbericht.
                ich versuche den ENDUR 12 seit Wochen zu kaufen
                ist aber überall ausverkauft.
                Hast du eine Tip wo ich ihn bekommen könnte?

                • Da habe ich leider auch keinen Insidertip für dich. Ich verstehe es allerdings auch nicht so ganz, da der Enduro noch ganz normal im Dynafit Programm ist und ein Nachfolger noch nicht angekündigt wurde, sorry. VG Patrick

              4. Danke für den interessanten Test, der Tipp mit den Einstellungen über die Riemen werde ich sofort probieren. Was mir ein wenig negativ auffällt: der Enduro12 raschelt ziemlich, aber ich habe ihn heute erst bekommen und noch nicht outdoor getestet, da fällt es vielleicht gar nicht auf.
                Übrigens: den Schlauch führt man rechts oder links über die Träger nach aussen, da ist ein geräumiger Durchlass, zumindest bei meinem Modell 😉

                • Ja, das mit der Schlauchdurchführung ist geklärt, ich habe keine Ahnung wie ich das übersehen konnte. Das Rascheln ist so ein Bisschen Materialbedingt wie bei bei Regenjacken, wenn er aber richtig sitzt raschelt es eigentlich kaum. VG Patrick

              5. Das neue Konzept von Dynafit geht absolut in die richtige Richtung, mit nur ein paar Kinderkrankheiten die es noch zu verbessern gilt. Wunsch an die Dynafit Entwicklungsabteilung waren noch dazu kleinere Geschwister fur den Enduro 12, wie gesagt mit 7 Liter und vielleicht noch einen wirklich Kleinen mit 3 Liter.

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