Das Plantronics BackBeat Fit sollte für viele von Euch keine wirkliche Neuheit mehr sein.
Bereits letztes Jahr hatte ich das Headset im Test und nutze es seit dem regelmäßig.
Plantronics hat das beliebte Bluetooth Headset nun überarbeitet, mit einem stärkeren Akku versehen und wasserdicht gemacht.

Da ich seit letztem Jahr auch meinen Blog bzw. das Aussehen meiner Beiträge stark geändert habe, ersetze ich den Vorjahresbericht durch diesen Aktuelleren und Ausführlicheren. 

Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test

Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test

Testfacts

Tester: Patrick Salm

Testdauer: ca. 3 Wochen

Modell: BackBeat Fit

Kategorie: Bluetooth Headset

Frequenz: 20-20000 Hz

Maximalpegel: 105db

Lautsprecher: 11mm

Farbe: Black/Core

Preis: UVP 129,99€  

Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test

Optik/Haptik

Das Design des BackBeat Fit blieb vom Update verschont und das ist auch gut so. Das Headset ist in vielen coolen Farbkombinationen erhältlich und macht einen sehr wertigen Eindruck.
Egal wie man das stabile Headset zusammen knuddelt oder daran zieht man hat nie das Gefühl das es dem Gerät irgend etwas ausmacht.
Die Ohrbügel sind stabil ausgeführt und haben eine feste Form. Obwohl die Bügel also nicht an die Ohren angepasst werden können kenne ich niemandem bei dem das Headset nicht passt.
Die Drückknöpfe auf den Ohrhörern haben einen guten Druckpunkt und wirken ebenfalls sehr hochwertig.
Die Ohrhörerkonstruktion wird als On-Ear bezeichnet wobei es theoretisch eigentlich eine Kombination aus On-Ear und In-Ear ist. Der aufgesetzte „Trichter“ bündelt alle Töne gezielt Richtung Gehörgang und verbessert dadurch den Schalldruck den Pegel und die Unterdrückung der Außengeräusche.

Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test

ein paar Worte zu Soundqualität, Erfahrung, Testverfahren

Da mir kein Soundlabor zur Verfügung steht beurteile ich den Sound des Headsets rein subjektiv. Um die Klangqualität dennoch möglichst gut einschätzen zu können, versuche ich die Ausgangskonfiguration so optimal wie möglich zu gestalten.

Testformate/Musik: Auch wenn die meisten Handynutzer ihre Musik als MP3 oder AAC auf dem Handy gespeichert haben, teste ich zusätzlich auch mit FLAC und WAV Dateien. Im Gegensatz zu MP3 und AAC sind FLAC und WAV Dateien wesentlich weniger bzw. gar nicht komprimiert wodurch Sie eine deutlich höhere Dynamik und Qualität bieten.
Musikalisch bietet sich zum Testen aktuell das neue, druckvolle Metallica Album an, als Kontrast dazu teste ich diverse aktuelle, deutsche Singles und natürlich etliche Hardstyle Tracks.

Handy, Player: Des Weiteren nutze Ich auf dem Handy (Doogee X5 Pro, root) Viper4Android. Viper4Android gilt als die beste Audio Echtzeit Verbesserungssoftware für Android. Da auch die verschiedenen Player deutlich unterschiedliche Klangeigenschaften und Equalizervoreinstellungen bieten teste ich mit mehreren beliebten Audioplayern für Android.

Vergleichsreferenz: Als Vergleichsreferenz steht mir ein Tonstudio mit folgendem Equipment zur Verfügung: MacPro, M-Audio Interface, ProTools M-Powered, Yamaha 01V96i Mischpult, Yamaha HS8, AKG K702 Referenz Kopfhörer.

Vorlieben, Erfahrung: persönlich liegt meine Vorliebe im unteren und mittleren Bassbereich, hier lege ich besonderen Wert auf Druck, Tiefgang und Konturität, aber auch klare Höhen und saubere Mitten sind für die Gesamtdynamik unverzichtbar. Im optimalen Falle sollten keine Frequenzlöcher entstehen.
Mit gutem Sound beschäftige ich mich bereits seit über 20 Jahren. In meinen Autos verbaute ich phasenweise bis zu 4 Endstufen, Kondensatoren und unzählige Lautsprecher und Woofer und auch Zuhause bin ich mit dem Kenwood KRF-X9080D, Sony 2.1 System, Sony 8″ Frontlautsprechern und einem Emphaser Impulse S4 12″ Sub im JBL Gehäuse durchaus gut aufgestellt.

Einrichtung/Funktionen/Akku

Das BackBeat Fit ist wirklich intuitiv, man aktiviert sein Bluetooth und schaltet das Headset ein, danach wählt man das Headset im Bluetooth Menü aus und das wars. Beim Einschalten meldet sich das Headset mit „Power On“ dem Verbindungsstatus „Connected“ oder „not Connected“ und der voraussichtlichen Akkurestlaufzeit „listen Time X Hours“. Außerdem meldet das Headset und informiert über „Volume Maximum“, „Volume Minimum“, „Next Track“ oder „Previous Track“.
Das Headset verfügt über 4 Tasten, welche je nach Handy bzw. Player Einstellungen aber mehrfach belegt sein können.
Mithilfe der Tasten kann man das Headset Ein-/Ausschalten, die Lautstärke regeln, zum nächsten/vorherigen Track/Ordner springen und Anrufe annehmen/beenden.
Die Qualität des Mikrofons geht absolut in Ordnung, die Gesprächspartner verstehen jedes Wort klar und deutlich, ich muss allerdings gestehen das ich das Headset eigentlich nie für Telefonate nutze, da man seine eigene Lautstärke nur schwer einschätzen kann wenn man etwas in den Ohren hat und gerade in der Öffentlichkeit oder im Bus finde ich nervig laute Personen echt schrecklich.

Akku: Plantronics gibt die Akkulaufzeit, wie beim Vorjahresmodell, beim Musik hören mit 8 Stunden an (6 Stunden beim Telefonieren). Beim Einschalten mit vollem Akku wird angesagt „Listen Time 8 Hours“. In der Praxis werden diese 8 Stunden jedoch nie erreicht, mehr als max. 5 Stunden (bei hoher Lautstärke) sind nicht drin.
Positiv ist dafür die Ladezeit, ein Ladezyklus ist in ca. 1,5 Stunden vollendet, der Ladezustand wird dabei deutlich durch einen roten (laden) bzw einen blauen (voll) leuchtenden Kreis angezeigt.
Der Akku hält viele, viele Ladezyklen durch, mein BackBeatFit (Modell 2015) habe ich bestimmt schon 150x aufgeladen und bisher keine Leistungseinbußen.

App/Anpassung: Plantronics bietet passend zum Headset die „BackBeat Fit Companion“ App für Android und iOS, mit deren Hilfe kann man z.B. die Firmware kabellos auf den neusten Stand bringen, die Sprache ändern oder die verbundenen Geräten wechseln.

Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test

Laufen mit dem BackBeat Fit

Ich laufe nicht immer mit Musik, manchmal möchte ich auch einfach die Ruhe im Wald genießen. Wenn ich aber Musik hören will, dann habe ich keine Lust mich ständig über heraus fallende Ohrstöpsel oder nervige Kabel zu kümmern.

Bisher habe ich schon viele unterschiedliche Konstruktionen von Kopfhörern ausprobiert, aber zum Laufen gibt es für mich nichts besseres als kabellose Kopfhörer mit Ohrbügel (egal ob In-Ear oder On-Ear).
Das BackBeat Fit Headset ziehe ich vorm dem Lauf an und freue mich jedes Mal aufs neue wie gut das Teil beim Laufen funktioniert. Egal welche ruckartigen Bewegungen man macht, ob man springt oder den Kopf schüttelt, die Ohrhörer bleiben genau da wo Sie sind. Nachjustieren kann man getrost vergessen.
Auch über mehrere Stunden bleibt das BackBeat Fit absolut bequem. Weder auf, in oder hinter den Ohren verspürt man irgendeinen unangenehmen Druck, bequemer geht eigentlich kaum.

Außengeräusche werden nicht komplett gedämpft, was eigentlich ideal zum Laufen ist. Hat man das BackBeatFit an und hört Musik in Zimmerlautstärke, bekommt man praktisch alles in der Umgebung mit und kann sich auch noch gut mit anderen Unterhalten. Bei zunehmender Lautstärke nimmt die Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche natürlich ab  🙂 .

Das Wechseln des Titels wären dem Lauf gelingt absolut problemlos und das sogar mit Handschuhen. Die Lautstärke über die etwas zu kleinen Knöpfe zu regulieren gelingt nicht immer zu 100% genau, mit Handschuhen ist es eher Glückssache.
Anrufe annehmen oder ablehnen ist auch mit Handschuhen keine Problem. 

Klang

Bauart bedingt können in den BackBeat Fit theoretisch deutlich größere Treiber verbaut werden als in herkömmlichen In-Ear Kopfhörern. Auch wenn ich keine Infos über die Größe des verbauten Lautsprechers habe, klingt es auch nach einem größeren Treiber. Man muss dazu sagen, das die Größe des Lautsprechers nicht zwangsläufig etwas über den Klang oder den Pegel aussagt.
Das BackBeat Fit hat einen sehr ausgewogenen Klang und spielt auch bei höheren Pegeln absolut sauber. Bei sauberem Ausgangsmaterial und einem Player ohne künstlichen Vorverstärker ist es praktisch unmöglich das Headset am Handy zum verzerren zu bewegen.
Der „Trichter“ auf den Ohrhörern verstärkt besonders die tieferen Frequenzen und sorgt für einen kräftigen Bass.
Für mich als Bassliebhaber ist das Headset ein Genuss, besonders in Kombination mit gut konfigurierten Equalizereinstellungen bietet das BackBeat Fit einen sauberen, druckvollen Bass und einen hohen Pegel.
Der Frequenzverlauf ist meiner Meinung nach relativ linear, wobei der Bassbereich etwas dominanter abgestimmt ist.
Mitten werden naturgetreu wiedergegeben, die Höhen sind zwar klar, könnten aber etwas konturierter spielen. Der max. Pegel der Höhen geht in Ordnung, bei zu hohen Lautstärken wirken die Höhen allerdings etwas unsauber.

Player Empfehlungen

Viele von Euch werden wahrscheinlich den Standardplayer Ihres Handys nutzen und damit auch recht zufrieden sein. Wer allerdings die Stärken seiner Kopfhörer ausreizen oder den Klang an seine persönlichen Vorlieben anpassen möchte sollte mal etwas neues ausprobieren. Natürlich sind hier Besitzer eines gerooteten Handys klar im Vorteil, den Sie können sich das grandiose Viper4Android flashen. Allen „normalen“ Handynutzer stehen aber eine ganze Reihe hervorragende Player mit unterschiedlichen Klangprofilen zur Verfügung.
Wer bereit ist ein paar Euro für einen guten Player und sehr gute Klangeffekte auszugeben, dem kann ich sowohl den PowerAmp als auch den JetAudio Player empfehlen. Beide Player bieten in den kostenpflichtigen Versionen Vorverstärker, Equalizer und extrem gute Premiumsoundeffekte.

Bei den kostenlosen Playern gibt es eine ganze Menge Player mit mehr oder weniger guten bzw. gar keinen Equalizereinstellungen. Phonograph und VLC Media sind klanglich meine Empfehlungen. 

Gallerie

Fazit

Das BackBeat Fit ist für mich das ideale Headset zum Laufen und deshalb hat es mich auch bereits seit über einem Jahr bei unzähligen Läufen und Radtouren begleitet..
Die Ohrhörer während dem Lauf zu verlieren ist unmöglich, die Steuerung ist intuitiv und die Umgebungsgeräusche werden nicht komplett ausgeblendet, sodass z.B. der Strassenverkehr noch wahrgenommen wird.
Der allgemeine Klang überzeugt und besonders Bassliebhaber kommen voll auf Ihre Kosten. Füttert man das Headset mit hochwertigen Audios (Flac,Wav,Mp3 320kbit) liegt der maximale, verzerrungsfreie Schallpegel auf einem sehr hohen Niveau, lediglich die Höhen wirken bei hohen Lautstärken etwas unsauber.
Die Akkulaufzeit des wasserdichten Headsets liegt in der Praxis bei ca. 5 Stunden und der Akku ist in ca. 1,5 Stunden wieder voll aufgeladen.
Die UVP liegt bei 129€, das ist nicht ganz günstig, dafür bekommt man auch ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt. In einigen Shops ist das Headset aber bereits wesentlich günstiger zu haben und das praktisch identische „VorUpdateModell“ gibt es nochmal deutlich günstiger.

Das BackBeat Fit wurde mir auf Anfrage von Plantronics zur Verfügung gestellt, was diesen Bericht oder die Bewertung jedoch in keiner Weise beeinflusst

Plantronics BackBeat Fit

ab 80€
Plantronics BackBeat Fit (2016) Bluetooth Headset im Test
8.8

Optik/Style

9/10

Akku/Laufzeit

8/10

Klang Bässe

9/10

Klang Mitten/Höhen

9/10

Klang Dynamik

9/10

Sitz/Halt

9/10

Preis-/Leistung

9/10

Stärken

  • coole Optik
  • extrem guter, sicherer Sitz
  • gute Akkulaufzeit
  • einfache Handhabung
  • wasserdicht
  • sehr kräftige, tiefe Bässe
  • gute Dynamik
  • hoher Maximalpegel

Schwächen

  • Nackenbügel stört bei Oberteilen mit hohem Kragen

7 Kommentare

  1. Hey Patrick,

    super Artikel und ich bin ebenso von diesen Kopfhörern begeistert.

    Etwas verwundert bin ich über die Akkuleistung sowie die Wasserdichtigkeit, da diese nach meinem Wissen identische Eigenschaften mit dem Vorgänger sind ? Der Vorgänger kann bei Regen getragen und unter dem Wasserhahn abgewaschen werden. Also „nur“ neues (schicke) Designs und dabei gleich mal ein neuen Akku eingebaut und die Teile beschichtet 🙂

    Worauf ich hinaus will ist, dass man mit dem Vorgänger fast das gleiche Modell nur 50€ günstiger bekommt.

    Viele Grüße,
    Benjamin
    http://www.laufmix.de

    • Danke Benjamin. Das Update wird gezielt mit Wasserdichtheit beworben, der Vorgänger nur als Spritzwassergeschützt. Mit dem Akku hast du recht, da habe ich mich irgendwie geirrt. Also ich kann nicht sagen was genau geändert wurde, offensichtlich sind natürlich die Farben und die Software macht jetzt andere Ansagen (nach einem Update mit der Plantronics Android App jetzt sogar in Deutsch). VG Patrick

  2. Hallo Patrick, vielen Dank für den Testbericht. Habe trotzdem an den Fachmann mal eine Frage. Ich kann den Backbeat Fit ohne Probleme mit meinem IPhone 7 koppeln, jedoch bekomme ich keine Verbindung mit meinem IPhone 5 hin? Kennst Du evtl. dieses Problem?

    Gruß
    Mario

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