Hindernisläufe oder Obstacle Run`s (OCR) haben die letzten Jahre einen echten Boom erlebt. War die Anzahl der Läufe vor einigen Jahren noch auf eine handvoll begrenzt, gibt es jetzt unzählige verschiedenen Läufe in allen Arten und Schwierigkeitsklassen.

Mein erster Hindernislauf sollte der Mission Mudder Saarland werden.

Mission Mudder Saarland 2016 - mein erster Hindernislauf

Mission Mudder Saarland 2016 – mein erster Hindernislauf

Vorwort/Vorbereitung

Als Genuss-/ oder Spaßläufer mit doch sehr begrenztem Budget fällt es mir recht schwer Geld für einen Lauf auszugeben, denn Spaß am Laufen habe ich auch im Wald und das ganz kostenlos.
Besonders Hindernisläufe und große Laufveranstaltungen  sind inzwischen alles andere als Günstig und wollen teilweise bis zu 100€ an Startgeld sehen.
Der Startplatz zu Mission Mudder Saarland war ein Geschenk von meiner Frau und da Sie sich dachte das ich alleine bestimmt nicht an den Start gehen will, hat Sie meinen Arbeitskollegen gleich mit angemeldet (69€, 2 Personen Team).
Also ich freute mich über die Anmeldung, mein Kollege war zwar freudig überrascht, aber auch etwas skeptisch ob er denn mit der Distanz und den Hindernissen klar kommen würde. 

Als „Nur-Läufer“, überlegte ich mir die letzten Wochen vor dem Lauf öfter mal doch wenigstens das Hangeln oder Kriechen etwas zu üben, dazu durchringen konnte ich mich allerdings nie :-).

Da ich mit meinem Arbeitskollegen an den Start gehen wollte und es auch nur ein Spaßlauf werden sollte hielt ich ein spezielles Training ebenfalls für absolut unnötig und gestaltete mein Training so frei wie immer.

der Lauftag

„Planung ist Alles“, das wird oft und von vielen Menschen gerne gesagt. Ich sehe das meist etwas anders und werde immer wieder darin bestätigt. Einen Tag vor dem Lauf ruft mein Arbeitskollege an und meldet sich krankheitsbedingt bei mir vom Lauf ab, soviel zum Thema Planung. Da wir den Ausflug nach Losheim sowieso schon mit unseren Kids und Freunden abgestimmt haben ändert die Absage am Tagesablauf aber praktisch nichts, denn laufen werde ich trotzdem. 
Um Stress zu vermeiden und einen guten Platz im Strandbad zu bekommen fuhren wir zeitig los und freuten uns in Losheim das es jede Menge kostenlose Parkplätze direkt am Gelände gab und sowohl der Start-/Zielbereich, als auch die Startnummernausgabe nicht in der Nähe des Strandbades, sondern direkt im Strandbad waren, also besser gehts nicht. Zusätzlich ist der Eintritt ins Strandbad für die angemeldeten Läufer natürlich kostenlos. Mit dabei, meine Frau, die Schwiegermutter, meine Söhne, sowie eine befreundete Familie mit Kindern. 

So genau weiß ich gar nicht mehr wie es kam, ich glaube meine Frau sagte zum Spaß „Robert kann doch als Ersatzläufer mitlaufen“ (Robert ist unser „nicht-laufender Freund) und der sagte ganz ohne Spaß einfach mal „Ja“ :-).

Ich machte mich also mit Robert auf zur Startnummernausgabe, unkompliziert wurde der Name von einer Helferin mit Kulli geändert und die Nummern ausgehändigt. Der Start sollte in mehreren Blöcken stattfinden, damit die schnellen Läufer, welche sich im ersten Block aufstellen sollten, nicht von den Langsamen gestört werden. Da wir den Startbereich von der falschen Seite betreten hatten standen Robert und ich irgendwie im ersten Block relativ weit vorne und hatten auch keine Lust mehr den Platz zu wechseln. Nach dem Startschuss geht es auch schon direkt ab in den See, das Wasser ist angenehm kühl, aber nicht zu kalt. Im hüfthohen Wasser geht es einige Minuten gemütlich vorwärts. Kaum aus dem See geht es erst einmal bergauf, für mich als Waldläufer kein Problem, aber Robert pustet schon ordentlich und geht schnell vom Laufschritt zum Gehen über. Für mich absolut keine Überraschung so komplett ohne Lauftraining. Kurz hinter dem ersten Anstieg, ca. bei KM1, sagte Robert dann ich solle ruhig schon vor laufen und für mich war eigentlich klar das Er wohl gleich aus dem Rennen aussteigen wird. 

Für mich war das der Startschuss und ich schaltete vom Spaßlauf-/ in den Wettkampfmodus :-). Die profilierte Laufstrecke führte schön durch Wald und Wiesen. Die Hindernisse waren auch für mich, ohne spezielles Training gut zu meistern obwohl ich das Laufen deutlich weniger anstrengend fand als die Hindernisse :-). Da ich relativ weit vorne gestartet bin gab es auch keinerlei Wartezeiten an den Hindernissen.

Im Ziel angekommen genehmigte ich mir erst einmal einen Radler, schüttelte einigen anderen Läufern die Hand und machte mich dann auf Richtung Strandbad und war überrascht das Robert dort nicht schon wartet. Ich entschloss mich dazu die Strecke einfach mal Rückwärts abzugehen und traute irgendwann meinen Augen nicht. Da kam doch Robert tatsächlich angelaufen, von wegen ausgestiegen. Einige Mitläufer haben Ihn wohl solange motiviert oder genervt bis er weiter lief. Zusammen mit Ihm lief lief ich nochmal zurück Richtung Ziel und Robert finishte seinen ersten Lauf überhaupt ohne einen Meter Training.

Ausrüstung

Wenn man noch nie bei einem solchen Lauf mitgelaufen ist macht man sich natürlich Gedanken über die passende Ausrüstung. Bei meinem ordentlichen Portfolio an Schuhen hat man natürlich die Qual der Wahl. Nach langer Überlegung habe ich mich dazu entschlossen mit dem Salewa Lite Train und Solite Socken zu starten. Für die Hindernisse besorgte ich mir ein paar Nitril Handschuhe für 1€ und schnitt vorne die Fingerkuppen ab. Da Robert kein frisches T-Shirt dabei hatte liefen wir oben ohne :-).

Fazit

Mission Mudder Saarland hat Robert und Mir auf jeden Fall Spaß gemacht. Für den Lauf sprechen eine gute Organisation, der vergleichsweise günstige Preis (69.-, 2 Personen Team) und das im Preis mit inbegriffene Strandbad direkt neben dem Start-/Zielbereich. Im Gegensatz zu vielen anderen Hindernisläufen sind die Hindernisse auch für Anfänger gut zu meistern. 

Mit meiner Zeit und dem 4. Platz in meiner AK bin ich eigentlich zufrieden, hätte ich aber vorher gewusst das ich soweit vorne mitlaufen kann hätte ich von Anfang an Gas gegeben und auf jeden Fall noch einige Plätze herauslaufen können.

Überraschender als mein Ergebnis war allerdings für alle das Finish und gute Ergebnis von Robert.

Mission Mudder Saarland 2016 - mein erster Hindernislauf
Mission Mudder Saarland 2016 - mein erster Hindernislauf

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3 Kommentare

    • Ich mache auch kein Krafttraining, laufe aber sehr viel Wald und Querfeldein. Mission Mudder z.B. ist ein sehr leichter Kurs mit Hindernissen die für jeden zu schaffen sind, ideal zum Einstieg. Einige andere Läufe werden ohne Krafttraining schwierig. VG Patrick

  1. Hallo Patrick,
    das hört sich klasse an! Weiter viel Erfolg. Ich persönlich lege schon Wert auf etwas Mischung sodass ich auch Krafttraining mache. Liebe Grüße!

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