Mit der Laufmaus hatte ich mal wieder ein sehr spezielles Produkt im Test, welches bei vielen Läufern schon beim Anblick ein Kopfschütteln auslöst.

Da ich schon des Öfteren überrascht wurde bin ich der Meinung man sollte offen sein für Neues, Menschen, Lebensmittel und anderen Dingen und Allem zuerst ein Mal eine Chance geben bevor man sich ein Urteil bildet.

Genau diese Chance hatte auch die Laufmaus die letzten Wochen. Ob das kleine Tool seine Chance genutzt hat oder nicht zeigt der folgende Bericht.

Testfacts

Tester: Patrick

Testzeitraum: ca. 3 Wochen (+-150km)

Hersteller: Flowtastic GmbH

Modell: Laufmaus

Kategorie: Laufzubehör

Technologien: Ergonomische Form, atmungsaktive Oberfläche, 17 patentierte Key Features

Farbe: Schwarz

Gewicht: ca. 70g (pro Stück)

Preis: UVP 79€

Laufmaus by Dr. med. Schüler im Test – PSBLOG

[WERBUNG] Die Laufmaus wurde mir als ProduktScout von Outside-Stories.de zur Verfügung gestellt [WERBUNG]
Dieser Bericht spiegelt dennoch nur meine persönliche, unabhängige Meinung und Erfahrung wieder und wird nicht vom Hersteller beeinflusst. Bilderquelle teilweise: laufmaus.run

Herstellerbeschreibung/Infos

Laufmaus Animation 2
Laufmaus Animation 3
Laufmaus Animation 1
Laufmaus
Laufmaus
Laufmaus
Laufmaus
Laufmaus

Optik/Haptik

Den Punkt „Optik/Haptik“ gibt es in allen meiner Testberichte weshalb ich ihn auch hier einbinden wollte. Im Gegensatz zu Laufschuhen oder Laufbekleidung gibt es bei der Laufmaus aber nicht viel zur Optik zu sagen. Das Produkt soll bequem in der Hand gehalten werden bzw. die Hand formen und dabei möglichst leicht sein, weshalb ich am Design jetzt auch nichts anders gemacht hätte 😉 .
Auch zur Verarbeitungsqualität gibt es hier nicht viel zu sagen, es handelt sich halt um ein Stück Kunststoff welches per 3D Druck, Spritzguss oder sonst wie in Form gebracht und mit einer Handgelenksschlaufe und einer Klettverschlussschlaufe für den Zeigefinger versehen wurde.
Geliefert wird die Laufmaus in einer schicken Verpackung a la Choclait Chips, einer farbigen Schlaufe und einer Anleitung. Die Laufmaus ist in 2 verschiedenen Größen erhältlich und sollte natürlich in der richtigen Größe gewählt werden. Die Farbwahl entfällt da es die Laufmaus sowieso nur in schwarz gibt und weil sie fast vollständig von der Hand umschlossen wird ist das auch ganz egal. Bei der Schlaufe kann man zwischen 7 bunten Farben wählen, ein einfaches schwarz oder grau fehlt hier leider.
Auch wenn die Laufmaus zwar einen robusten Eindruck macht und wahrscheinlich mind. ein Läuferleben locker überdauert, sehe ich erst einmal 2 Stücke Plastik für 79€.
Das ist natürlich nur eine nüchterne Betrachtung des reinen Endproduktes oder besser gesagt des Materials in meiner Hand ohne Berücksichtigung aller notwendigen Schritte und Kosten bis dahin (Idee, Forschung, Patente, Produktion usw.).

Laufen mit der Laufmaus

So, kommen wir zum ersten Lauf mit der Laufmaus. Hand durch die Schlaufe, Zeigefinger in die Öffnung stecken, kurz kontrollieren ob die Finger und der Daumen richtig positioniert sind und schon kann es los gehen. Am Anfang ist es besonders vom Kopf her ein befremdliches Gefühl, denn normalerweise hat man während dem Laufen nichts in der Hand oder wenn, dann vielleicht eine Flasche oder das Smartphone und man weiß auch genau warum man es in der Hand hält.
Am besten ist es also nicht weiter darüber nachzudenken und es einfach so an zu nehmen. Das gleiche gilt übrigens auch falls evtl. das Gefühl aufkommt die anderen Läufer würden merkwürdig schauen oder die „Dinger“ in der Hand sogar belächeln ;-).
Hat man den Kopf erst einmal frei ist der Anfang echt leicht denn die Laufmaus erfordert keine Vorkenntnisse, komplizierte Abläufe oder Einrichtung.
Die super leichten Kunststoffgebilde liegen perfekt in der Hand, die Finger und Daumen nehmen wie von selbst eine angenehme natürliche Position ein. Nach den ersten Kilometern, in denen ich mich schon sehr auf die Laufmaus, die richtige Nutzung und evtl. Änderungen oder Verbesserungen konzentriert habe was natürlich den Laufspaß eher gemindert hat, sind meine Gedanken dann irgendwann abgeschweift und ich habe die Laufmaus für einige Kilometer gar nicht mehr wahrgenommen. Als ich dann gedanklich wieder beim Test der Laufmaus war und über die letzten Kilometer und mein aktuelles Gefühl nachdachte, glaubte ich das erste Mal, nicht nur theoretisch, sondern „wirklich“ zu verstehen wie die Laufmaus funktionieren soll.
Ab diesem Zeitpunkt finde ich es auch komisch zu sagen, „ich halte die Laufmaus in der Hand“, denn so fühlt es sich nicht an. Mein Gefühl beschreibt eher die Aussage „ich lege meine Hand auf die Laufmaus“. Obwohl es ein zusätzliches Gewicht und ein Fremdkörper ist, fühlt es sich ein klein wenig so an als würde die Laufmaus die Hand stützen und die Bewegung führen. Nach inzwischen ca. 150km kann ich für mich definitiv bestätigen das meine Hände und Finger lockerer und leichter sind weil ich sie auf die Laufmaus auflegen kann.
Erst nach einigen Läufen ist mir auch aufgefallen das die leicht nach vorne geneigte Haltung der Handgelenke, dazu führt das auch der restliche Körper sich minimal nach vorne neigt. Das führt dazu das man stärker in die Vorwärtsbewegung kommt und dementsprechend auch etwas schneller wird. Diese Empfindung ist bei mir aber wirklich absolut subjektiv und minimal, ebenso bedeutet das nicht das natürlich nicht das meine Zeiten jetzt direkt besser sind, denn schneller zu laufen heißt erst einmal auch etwas schneller müde zu sein :-).
Obwohl ich also die positiven Effekte der Laufmaus nicht messen oder nachweisen kann und auch nicht glaube das die Laufmaus mich merklich schneller oder effizienter macht, kann ich jedem Kritiker nur sagen, „ich mag das Gefühl mit der Laufmaus“.

Galerie

Fazit

Die Laufmaus ist eines der am schwersten zu beurteilenden Produkte die ich bisher getestet habe. Es gibt praktisch keinerlei Parameter welche ich, wie bei Laufschuhen die Dämpfung, Sprengung oder den Grip, auch nur halbwegs Objektiv bewerten könnte.
Hier gilt „Laufen ist Gefühlssache“ und Gefühle sind nicht nur schwer zu beschreiben sondern noch viel schwerer nachzuvollziehen.
Klar ist, egal ob Laufanfänger oder Profi man muss sich mental auf die Laufmaus einlassen, sonst wird das nichts.
Dazu gehört auch den Preis von 79€ nicht als Materialpreis zu sehen, sondern das Produkt zuerst wertfrei zu testen und dann Kosten und Nutzen ab zu wägen. Denn ohne Nutzen ist jeder Euro zu viel, mindert die Laufmaus aber z.B. irgendeinen Schmerz oder verbessert die Laufhaltung wäre der Preis fast geschenkt.
Nachdem ich jetzt genug drum herum geschrieben habe versuche ich mal meine Meinung zur Laufmaus irgendwie verständlich zu verschriftlichen.
Meine erster Gedanke bei der Laufmaus war, dass es sehr nervig ist die ganze Zeit etwas in der Hand zu halten, denn das habe ich schon das ein oder andere Mal mit Handy oder kleiner Flasche gemacht. Da die Laufmaus aber super leicht ist und perfekt in der Hand liegt wird sie praktisch komplett durch die Schlaufe am Zeigefinger und die natürliche Handform gehalten, sie muss also nicht aktiv gehalten werden.
Direkt der nächste Gedanke der mir durch den Kopf ging, „als ob ich zu dumm bin richtig zu laufen“. Während meines Tests habe ich mit vielen anderen Läufern gesprochen und dabei schnell bemerkt das genau diese Reaktion alles andere als selten ist, denn wir Läufer haben unseren Stolz und viel Läuferehre ;-). Dabei geht es ja nicht darum uns das Laufen bei zu bringen oder uns zu kritisieren, sondern eher um eine Art Tuning. Wenn man also nochmal kurz darüber nachdenkt wird schnell klar, OK, das war ein emotional nachvollziehbarer aber recht dummer Gedanke. Egal welches Ziel man als Läufer verfolgt, ob es um die nächste Bestzeit, den Spaß an etwas Bewegung oder die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit geht, jede kleine Verbesserung spart Energie und schont unseren Bewegungsapparat.
Damit ist der erste Teil meines Fazits, es gibt keinen vernünftigen nachvollziehbaren Grund der gegen die Nutzung der Laufmaus spricht, weder von meiner Seite aus noch von den Läufern mit denen ich gesprochen habe.
Die negative Seite ist damit also erledigt, aber wie sieht es auf der anderen Seite aus? Wer jetzt gespannt darauf wartet das ich von der Verbesserung meiner Zeiten, deutlich verändertem und optimierten Laufstil oder merkbarer Energieersparnis berichte, den muss ich leider enttäuschen. Wer allerdings jetzt denkt ich wäre enttäuscht von der Laufmaus oder kann dem Produkt nichts Positives abgewinnen liegt damit falsch.
Ich achte zwischendurch immer mal wieder aktiv darauf effizient zu laufen, richtig auf zu setzen, ab zu rollen, die Arme ordentlich zu bewegen und sogar auf die Haltung meiner Hände. Dadurch fühlt sich das Laufen heute deutlich geschmeidiger und natürlicher an als noch vor einigen Jahren. Oft merke ich dabei aber auch, dass mich die aktive Beachtung meiner Bewegungen irgendwie nervt, manchmal entstehen dabei sogar Verspannung in Händen, Armen oder Schultern, was für mich der zweit wichtigste Grund ist die Laufmaus auch weiterhin zu nutzen (nicht bei jedem Lauf, aber immer mal wieder). Wenn ich mit der Laufmaus laufe denke ich nicht über meine Hände, Handgelenke oder Finger nach, die Haltung ist festgelegt und tatsächlich überträgt sich dieses Gefühl auch auf Ellenbogen und die Armbewegung. Es fühlt sich ein Bisschen so an wie eine Führung oder Stütze.
Was für mich aber einfach der wichtigste Pluspunkt oder Nutzen der Laufmaus ist, ist ein Argument welches unwiderlegbar ist und für mich auch das Laufen selbst beschreibt, „ich mag das Gefühl und fühle mich damit wohl“.

Bei vielen meiner Testberichte spreche ich im Fazit mehr oder weniger nachvollziehbare  Kaufempfehlungen aus und versuche das Preis-/Leistungsverhältnis in Bezug auf Leistung und Konkurrenz einzuschätzen. Bei der Laufmaus kann und will ich das nicht wirklich tun, denn es gibt keinen Markt oder Konkurrenten und auch sonst keine Bezugsgrößen.
Als alleinverdienender Familienvater mit überschaubarem Einkommen leiste ich mir selten etwas oder denke lange über meine Anschaffungen nach. Deshalb bin ich wirklich froh das ich die Möglichkeit bekam die Laufmaus zu testen, gekauft hätte ich sie mir nämlich definitiv nicht. Selbst für einen deutlich geringeren Preis wäre ich niemals auf die Idee gekommen mir solch ein Produkt zu kaufen, denn ich jage keine Bestzeiten und hatte auch keine schlechte Haltung oder Verspannungen. Im Nachhinein würde ich sagen das gute Gefühl beim Laufen und die extreme Langlebigkeit der Laufmaus wären mir 79€ wert.
Was auf jeden Fall eine klare Empfehlung für jeden Läufer ist, „probier die Laufmaus unvoreingenommen aus, wenn du die Gelegenheit dazu hast“.

Laufmaus

79,00€
9.4

HAND-/PASSFORM

9.2/10

QUALITÄT/HALTBARKEIT

9.6/10

THEORETISCHES PRINZIP/IDEE

9.8/10

WIRKUNG

9.4/10

PREIS-/LEISTUNG

9.2/10

Stärken

  • clevere Idee zur Verbesserung der Haltung und Lauftechnik
  • gerade am Anfang konzentriert man sich deutlich mehr auf die Arm-/Körperhaltung
  • nach einiger Zeit und Gewöhnung übernimmt die Laufmaus die richtige Haltung automatisch
  • die Maus muss nicht aktiv fest gehalten werden
  • sehr gute Passform
  • angenehme Oberfläche
  • leicht
  • sehr robust und hält wahrscheinlich ein ganzes Läuferleben

Schwächen

  • der Kopf muss frei sein und man muss sich wirklich darauf einlassen
  • reiner Materialpreis/Materialgegenwert
  • die Hände sind belegt
  • Bänder nicht in schwarz oder grau verfügbar

2 Kommentare

    • Hallo Hilde, danke für dein Feedback. Ja, genau das meinte ich damit ;-). Es ist natürlich auch kein großer Aufwand den Zeigefinger aus der Schlaufe zu nehmen, dann kann man die Laufmaus einfach kurz an der Handgelenkschlaufe hängen lassen bis man sein Geschäft, bzw. Foto machen oder Nase pautzen erledigt hat :-). VG Patrick

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