Der Hoka OneOne Speed Instinct ergänzt das Portfolio des franz. Herstellers um einen leichtgewichtigen Trailrunning Schuh.
Der Speed Instinct soll mit 3mm Sprengung, dem neuen Pro2Lite Dämpfungskonzept und multidirektionalen Stollen vor Allem für „wendige Touren im Gelände“  geeignet sein.

Ob man mit dem Speed Instinct im Gelände wirklich „wendig“ ist und ordentlich „speed“ machen kann wird der folgende Bericht klären. 

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Testfacts

Tester: Patrick Salm

Testzeitraum: ca. 3 Wochen

Modell: Speed Instinct

Kategorie: Trail, Lightweight, Dynamik

Technologien: PRO2LITE +10 Zwischensohle

Farbe: nightshade/acid

Sprengung: 3mm (Vorfuß 19mm – Ferse 22mm)

Gewicht: 225gr. bei 42 2/3

Preis: 120€

 

Herstellerbeschreibung:

Der SPEED INSTINCT ist ein leichter, reaktionsfähiger Neuzugang zu unserer Kollektion und wurde speziell für wendige Touren im Gelände entwickelt. So ist der Speed Instinct der erste Trailschuh mit der PRO2LITE Technologie von HOKA ONE ONE, bei der die weiche Fersendichte zu einem festeren, reaktionsfähigeren Vorfuß führt. Multidirektionale Stollen auf einer strapazierfähigen, durchgehenden Gummiaußensohle sorgen für außergewöhnlichen Grip bei jeder Fußstellung. Mit diesem neuen Modell von HOKA kannst du die Berge nicht nur schnell wie eine Bergziege erklimmen, sondern bist auch beim Abstieg optimal geschützt.

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Optik/Haptik

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Optisch bleibt Hoka seinem bewährten Prinzip treu und so ist auch der Speed Instinct wieder alles andere als unauffällig. Besonders die Farben meines Testmodells und des pinken Damenmodells sind bereits von weitem erkennbar. Mal wieder auffällig ist das der Schuh, wie eigentlich alle Hokamodelle, wesentlich leichter und flacher ist als er aussieht. Außerdem auffällig ist die üppig gepolsterte Fersenkonstruktion. Die Außensohle bietet, für einen reinrassigen Trailschuh relativ kleine Stollen und wurde von Hoka in selbst entwickelt (nicht von Vibram). Auf ein Schnürsenkelgarage wurde verzichtet und auch eine wasserdichte Membran oder ein wasserabweisendes Obermaterial sind nicht mit an Board.

Die Verarbeitung ist einwandfrei. Kleberückstände oder unsaubere Nähte sind keine zu entdecken und die Materialien wirken alle samt hochwertig.

Für alle Kritiker die wie immer behaupten „die sind doch viel zu hoch“, hier nochmal ein kleiner Vergleich mit einigen beliebten Laufschuhen (Lightweight-Trail-Dämpfung).

Hoka OneOne
Speed Instinct

Adidas
Adios Boost

Salomon
Sense 5 Ultra

Brooks
Ghost 8

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Höhe Vorfuß: 19mm
Höhe Ferse: 22mm
Sprengung: 3mm

Höhe Vorfuß: 17,1mm
Höhe Ferse: 27,5mm
Sprengung: 10,4mm

Höhe Vorfuß: 14mm
Höhe Ferse: 18mm
Sprengung: 4mm

Höhe Vorfuß: 23,3mm
Höhe Ferse: 35,2mm
Sprengung: 12mm

Wie man sieht ist der Speed Instinct damit deutlich flacher als man vermuten würde.

Laufgefühl - Dämpfung

Aussage Hoka OneOne:

„So ist der Speed Instinct der erste Trailschuh mit der PRO2LITE Technologie von HOKA ONE ONE, bei der die weiche Fersendichte zu einem festeren, reaktionsfähigeren Vorfuß führt“

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im TestDas oben stehende Hoka Dämpfungskonzept des Speed Instinct hört sich beim ersten Lesen etwas merkwürdig an und auch ich wusste nicht so genau was damit gemeint ist oder wo der tiefere Sinn liegen soll.
Beim ersten Auftreten fühlt sich der Schuh echt merkwürdig an, die Ferse ist deutlich weicher als der Vorfuß und man hat fast das Gefühl die Zehen stehen höher im Schuh als die Ferse (bei 3mm Sprengung und der weichen Ferse in der der Fuß versinkt wäre das sogar möglich). Beim lockeren Einlaufen ist der Schuh super komfortabel, sobald man das Tempo erhöht und der Laufstil sich dementsprechend zum Vorfuß hin verlagert fühlt sich der Speed Instinct komplett anders an. Die Dämpfung am Vorfuß ist schön straff und direkt und die 3mm Sprengung unterstützen oder verleiten sogar zu hohen Tempi.
Nach dem ersten Lauf ist der Sinn des Dämpfungskonzeptes klar und Ja, es macht wirklich Sinn.
Hoka hat es mit diesem System nämlich geschafft einen Schuh zu konstruieren welcher Fersenläufern und gemütlichen Joggern ein Maximum an Dämpfung und Komfort bietet ohne schnelle, Mittel-/Vorfußläufer mit hoher Sprengung oder schwammiger „Sofa-Dämpfung“ auszubremsen.

Grip

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im TestDer Grip der Speed Instinct Außensohle ist eine absolute Überaschung, besonders da Hoka bei diesem Modell auf die Unterstützung der Vibram Gripspezialisten verzichtet hat. Der Speed Instinct überzeugt besonders in der für Trailschuhe naturgemäß schwachen Asphalt und glatte Beläge Disziplin bei Nässe. Hier kann der Grip durchaus mit einigen Konkurenzprodukten aus dem Hause Vibram mithalten. Auch auf Schotter und nicht zu matschigen Trails ist der Speed Instinct der ideale Begleiter und leistet sich keine Schwäche.
Lediglich auf sehr matschigen Trails oder Wiesen kommen die kleinen Stollen der Außensohle sehr schnell an Ihre Grenze.

Protektion

Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im TestDer Speed Instinct gehört zur Gruppe der leichten, dynamischen Trailschuhe und dementsprechend wenig Protektion bietet Er. Die Zehen werden nur durch ein gehärtetes Gummi Overlay geschützt und auch auf einen zusätzlichen Durchtrittschutz wurde zu Gunsten von Gewicht und Flexibilität verzichtet, auch wenn die roten, rautenförmigen Vertiefungen in der Sohle nach einem Durchtrittschutz aus Kunststoff aussehen.
„Normale“ Waldläufer, wie Ich, werden aber auch selten mehr Schutz benötigen. 

Nässeschutz/Atmungsaktivität

Der Speed Instinct verfügt nicht über eine wasserdichte Membran oder ein wasserabweisendes Obermaterial. Ein Großteil des Schuhs ist aber mit geklebten Gummioverlays bedeckt und das Mesh ist nicht ganz so offenporig, wodurch man bei leichtem Regen subjektiv länger trockene Füße behält. Das Mesh ist dennoch ausreichend Atmungsaktiv aber nicht so luftig das man den Wind an den Zehen spürt. Der Speed Instinct ist also ein Schuh den man auch im Winter laufen kann.

Gallerie

Fazit

Hoka hat mich mit dem Speed Instinct gleich mehrfach positiv überascht. Das Dämpfungskonzept ist seit langem mal wieder eine wirkliche Laufschuhinnovation und der Grip liegt besonders auf nassen, glatten Belägen deutlich über dem der meisten anderen Herstellereigenen Aussensohlen und erreicht damit sogar „Vibram-Niveau“.
Der Speed Instinct ist ein echter Allrounder und ideal als Waldlauf-/ oder Door-to-Trail Schuh für langsame oder schnelle, Fersen-/ oder Vorfußläufer.
Nicht unbedingt optimal ist der Schuh im tiefen Matsch oder für Läufer mit breiten Füßen bzw. einer Vorliebe für Zehenfreiheit. Die UVP von 120€ halte ich für einen sehr fairen Preis.

Hoka OneOne Speed Instinct

120€
Hoka OneOne Speed Instinct Trailschuh im Test
9

Optik/Style

9/10

Dämpfung

9/10

Grip Lose Beläge

9/10

Grip Asphalt

9/10

Passform

9/10

Preis-/Leistung

9/10

Stärken

  • hoher Komfort für Fersenläufer, Dämpfung wird zum Vorfuß hin straffer
  • 3mm Sprengung
  • cooler Style
  • guter Grip auf glatten Belägen
  • schmale Passform
  • sehr leicht

Schwächen

  • Zehenbox evtl. für viele Läufer zu schmal und zu flach

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