Der 410km lange und mehrfach ausgezeichnete Saar-Hunsrück-Steig und seine 111 Traumschleifen gehören zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands.
Da sowohl der Steig, als auch einige seiner „Traumschleifen“ praktisch direkt vor meiner Haustüre verlaufen, ist es natürlich klar das auch ich die tollen Trails bereits seit mehreren Jahren regelmäßig zum Laufen nutze.

Das diese Trails toll zum Wandern und zum Laufen sind ist unumstritten, seit einiger Zeit nutze ich die Wege aber auch vermehrt mit dem Bike und genau darum geht es in diesem Artikel.

Dabei sollte natürlich auch klar sein das ich keiner bin der wie ein irrer auf einem Wanderweg fährt und Wanderer wegscheucht oder gefährdet und dazu rufe ich auch keinesfalls auf. 

Saar-Hunsrück-Steig, ein toller Wanderweg zu Fuß, aber auch befahrbar?

Vorwort/Lob

Zu aller erst einmal ein paar lobende Worte an alle die daran beteiligt waren und sind den Saar-Hunsrück-Steig (im folgenden auch SHS abgekürzt) und seine Traumschleifen, anzulegen, zu beschildern und in Stand zu halten. Die Wege sind toll angelegt und die Beschilderung durch Wegweiser mit Kilometerangaben an Kreuzungen sowie kleinen Schildern mit Richtungsfeilen an den Bäumen lassen einen problemlos dem Weg folgen. Zumindest auf den Teilstücken auf denen ich unterwegs bin sind alle Treppen, Geländer oder Brücken immer in gutem Zustand. Ebenso ist der Weg nie zugewachsen und man sieht das sich darum gekümmert wird.
Ein weiteres Lob geht an die Ersteller/Betreiber der Webseite https://www.saar-hunsrueck-steig.de. Ich finde diese Seite einfach nur klasse. Egal ob optisch oder inhaltlich, die Seite sieht toll aus und man findet genau die Infos die man möchte sofort. Viele Seiten könnten sich hier wirklich ein Beispiel nehmen.
Als letztes noch, dieser Beitrag ist nicht als Werbung gekennzeichnet, da er keine Werbung ist, auch wenn ich sehr viel positives über den SHS berichte. 

Infos zum Saar-Hunsrück-Steig (Text: saar-hunsrück-steig.de)
Der Saar-Hunsrück-Steig ist Deutschlands Schönster Wanderweg 2017!
Der Saar-Hunsrück-Steig wurde in einer durch die Zeitschrift „Wandermagazin“ organisierten
bundesweiten Publikumsabstimmung, an der sich knapp 28.000 Wanderer beteiligt haben,
zu Deutschlands schönstem Fernwanderweg im Jahr 2017 gewählt. Er setzte sich mit
großem Abstand gegenüber dem zweitplatzierten Frankensteig in Bayern und dem
drittplatzierten Salzalpensteig in Bayern und Österreich durch.
Der Saar-Hunsrück-Steig ist damit der erste Deutsche Fernwanderweg, der diese
renommierte Auszeichnung zum zweiten Mal erhält. Denn schon im Jahr 2009 war er Sieger
in diesem Wettbewerb. In der Zwischenzeit wurde er nach Perl an der Mosel und Boppard
am Rhein verlängert und durchquert jetzt die ganze Region Saar-Hunsrück.
Der Saar-Hunsrück-Steig ist Teil der „Premium-Wanderregion Saar-Hunsrück“, zu der unter
anderem auch die 111 Traumschleifen als Premium-Rundwege gehören. Auch sie gehören
zum exklusiven Kreis der Sieger: Die Traumschleife LandZeitTour in Morbach erreichte
hinter dem „Himmelssteig“ im Schwarzwald den 2. Platz beim Wettbewerb um den
schönsten Rundwanderweg in Deutschland im Jahr 2017
.
Der 410 km lange Saar-Hunsrück-Steig bietet zwischen Perl, Trier, Idar-Oberstein und
Boppard eine enorme landschaftliche Vielfalt auf 27 Etappen durch die Region Saar-
Hunsrück. Er ist der Fernwanderweg mit dem geringsten Asphaltanteil (5 %) und dem
höchsten Naturwegeanteil (70 %) in Europa. Auf 4 Etappen führt er durch den Nationalpark
Hunsrück-Hochwald. Aufgrund dieses enormen Abwechslungsreichtums hat er die mit
Abstand höchste Bewertung aller Premium-Fernwanderwege in Deutschland.
Die Redaktion des Wandermagazins zur Auszeichnung des Saar-Hunsrück-Steigs:
„Saar-Hunsrück-Steig – es hat viel weniger als 410km gebraucht, um uns völlig zu
begeistern!
Schon gleich nach dem Start in Perl zeigt sich wie facettenreich er ist: pittoreske Gassen,
prachtvolle Herrenhäuser, einladende Winzerstuben, aber auch unberührte
Orchideenwiesen, grandiose Weitblicke, wogende Wiesen und herrlicher Wald. Das alles
stürmt schon auf den ersten Kilometern auf uns ein und es bleibt so!
Der Steig schafft es, den Spannungsbogen zu halten, bis zur Römerstadt Trier, bis zur
Edelsteinstadt Idar-Oberstein und bis zum Treffen mit Vater Rhein in Boppard. Im Hochwald
nimmt uns die geniale Mischung aus vielfältiger Natur, herzlicher Gastlichkeit und
wohltuender Einsamkeit auf verschlungenen Pfaden vollends ein.
Viele Erlebnisse bleiben: so der Aha-Effekt, als wir vorbei an Felsen auf herrlichem Waldpfad
bergan streben und plötzlich vor einem jahrtausende alten, enorm beindruckenden Keltenwall
stehen. Oder als sich nach etlichen Kilometern der Wald öffnet und wir in einer römischen
Villa Rustica kulinarisches Neuland betreten. Oder diese wildromantischen, tiefen Täler,
deren herausfordernde Kletterpassagen unseren Adrenalinspiegel nach oben treiben.
Viel zu schnell sind wir in Boppard und erkennen: dieser Steig macht süchtig!“

fahrbar oder nicht ???

Obwohl ich nur einen Bruchteil des Weges kenne bin ich mir sicher das es keine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt. Klar sollte allerdings jedem sein, der SHS und seine 111 Traumschleifen sind ausgezeichnete Wanderwege/Trails und keine Radwege für gemütliche Ausfahrten.
Man kann aber ganz klar sagen das die 411km des SHS nicht komplett, durchgängig ohne abzusteigen befahren werden können, einige Etappen sind aber dennoch für mehr oder weniger geübte Biker zu bewältigen und auch auf den anderen Abschnitten ist es für sportliche Biker möglich dem Weg mit geschultertem Rad weiter zu folgen. Da ein Goßteil des SHS also befahrbar ist würde ich bei der Frage „befahrbar oder nicht ?“ zu einem JA tendieren.

für Sportmuffel oder Hochleistungssportler ???

Relativ flache Abschnitte für absolute Sportmuffel sind auch auf dem SHS zu finden. Wer glaubt er könnte mehrere Kilometer am Stück bequem unterwegs sein ohne sich anzustrengen wird aber schnell eines Besseren belehrt.
Der SHS ist sowohl für Läufer als auch für Biker ein ideales Trainingsgerät und macht einfach Spaß.

Einschätzung meines Fitnesstandes und Empfehlung der optimalen Fitness:

Es gibt natürlich Läufer wie z.B. Florian Neuschwander, der nur zum Spaß mal locker über 100km am Stück in einem Affenzahn auf dem Steig gelaufen ist und ebenso wird es wahrscheinlich auch Biker geben die dem Steig problemlos mehrere hunderte Kilometer folgen können, zu diesen Sportlern gehöre ich aber definitiv nicht.
Ich würde mich als durchschnittlichen Hobbysportler bezeichnen. Ich gehe ca. 2-4x pro Woche laufen oder Radfahren und fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und zurück. Egal ob laufen oder Radfahren, ein paar hundert Höhenmeter lege ich dabei immer zurück wodurch ich schon ein wenig an Anstiege gewöhnt bin. Zeitlich kann ich problemlos 2-3 Stunden am Stück locker laufen und auch 4-6 Stunden lockeres Radfahren sind möglich. Um auf dem SHS einige Kilometer zu laufen oder zu Biken sollte man nach Möglichkeit nicht viel weniger fit sein als ich. Einige Anstiege des Steigs bringen auch mich bereits nach wenigen hundert Metern ganz schön nahe an meine Grenzen und manchmal geht es auch bei mir erst nach einer kurzen Pause wieder weiter.
Der allseits bekannte Spruch „wer sein Fahrrad liebt, der schiebt“, ist beim SHS nur sehr selten zutreffend. Meist ist der Weg entweder fahrbar oder aber so schmal das Rad und Fahrer nicht nebeneinander Platz haben sondern nur übereinander, bedeutet also das Tragen des Rads sollte man nicht kategorisch ablehnen. Wenn es nass oder feucht ist sollte man außerdem auch als Biker auf gute Trailschuhe achten, wenn man nicht unsanft unter seinem Rad landen möchten. Vom Einsatz von Klickpedalen und den dazugehörigen Schuhen auf dem SHS kann ich nur abraten.

Hollandrad oder hochleistungs MTB ???

Die Wahl des richtigen Fahrrads für den SHS ähnelt etwas dem oberen Punkt zur Fitness. Der SHS bietet immer wieder kurze Abschnitte die auch für Kinderräder oder „normale“ Fahrräder sogar ohne Schaltungen zu schaffen sind, diese sind allerdings zu kurz um Sie als Radtour zu bezeichnen.

Einschätzung meines Bikes und Empfehlung des idealen Bikes für den SHS:

Ich nutze ein Felt Nine 80 29″ Hardtail MTB für ca. 500€. Hierbei handelt es sich um ein absolutes Einsteiger MTB mit 24 Gängen, mechanischen Scheibenbremsen und einer mechanischen Federgabel. Für besseren Grip habe ich die Reifen gegen Continental X-King 29×2,4 getauscht.

Der Saar-Hunsrück-Steig, ein toller Wanderweg zu Fuß, aber auch befahrbar?
Der Saar-Hunsrück-Steig, ein toller Wanderweg zu Fuß, aber auch befahrbar?
Der Saar-Hunsrück-Steig, ein toller Wanderweg zu Fuß, aber auch befahrbar?
Der Saar-Hunsrück-Steig, ein toller Wanderweg zu Fuß, aber auch befahrbar?

Könnte ich mir ein Fahrrad aussuchen um den SHS zu befahren wäre es definitiv ein hochwertiges Fully, also ein Mountainbike welches am Vorder-/ und am Hinterrad über hochwertige Dämpfer verfügt.

Eigentlich bin ich mit meinem relativ günstigen MTB ziemlich zufrieden, die 24 Gänge lassen sich auch unter Last ausreichend gut schalten und im kleinsten Gang sind auch starke Steigungen machbar. Die Scheibenbremsen werden zwar bei manchen Abfahrten ordentlich heiß, bleiben aber meist standfest und sorgen auch für genügend Verzögerung jedoch bei relativ hohem Verschleiß. Die breiten 2.4er Continental X-King Reifen sorgen für genügend Grip in jeder Situation und da es sich um ein 29er Bike handelt ist auch die Bodenfreiheit und Pedalfreiheit meist ausreichend.
Warum also möchte ich lieber ein Fully?, der SHS hat viele Abschnitte die von verdeckten Wurzeln und Schlaglöchern durchgezogen sind. Ich kann mich an ein paar Wege erinnern an denen 2-15cm hohe Wurzeln den Weg im Abstand von 50cm-1,50cm parallel querten und mich echt wahnsinnig machten. Solche Stellen gibt es immer mal wieder und manche sind mehrere hunderte Meter lang. Dabei kam meine Federgabel absolut an Ihre Grenzen und auch eine Dämpfung am Hinterrad wäre eine echte Erleichterung gewesen.
Besonders bei Nässe bemerke ich immer wieder das die Wahl der Continetal X-King Reifen absolut richtig war. Nasser Schiefer oder Wurzeln sind eine Herausforderung für jeden Reifen und der SHS ist auch ohne Grip Probleme noch anspruchsvoll genug.

Nach mehreren Fahrten auf dem SHS ist mir ein Pedal gebrochen und meine Gabel knarzt und knirscht. Meine Bremsbeläge habe ich inzwischen gegen hochwertigere, halbmetallische Beläge getauscht und auch die Pedale wurden durch andere ersetzt. Die Gabel habe ich bereits einmal komplett ausgebaut und neu gefettet aber früher oder später bekommt der SHS jedes Fahrrad klein 🙂 .

Gallery

Ein paar Impressionen vom SHS und seinen Trasumschleifen. Bilderquelle: saar-hunsrueck-steig.de

Gallery 2

Ein paar Impressionen vom SHS und seinen Trasumschleifen. Bilderquelle: patricksalm.de

Fazit

Meiner Meinung nach sollte jeder der die Gelegenheit hat und irgendwie in der Nähe des SHS oder einer seiner Traumschleifen ist mal ein paar Kilometer dem Wegverlauf folgen. Dabei ist es ganz egal ob Ihr mit dem Rad oder zu Fuß, laufend oder wandernd, mit Stöcken oder ohne unterwegs seid. Wahrscheinlich wird der SHS euch recht schnell von sich überzeugen und Lust auf mehr machen.
Ich freue mich jedenfalls immer wieder die tollen Wege zu nutzen und die Natur zu genießen. Als Trainingsgerät ist der SHS für alle Läufer und Biker aller Fitnesslevel einfach ideal. Die Abwechselungsreichen Strecken trainieren bei Läufern die Ausdauer, Koordination und den kompletten Bewegungsapparat und bei Bikern zusätzlich den sicheren Umgang mit dem Fahrrad deutlich besser als es ein Training auf dem Radweg kann.

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