La Sportiva, der Spezialist für Trail-, Kletter- und Skiausrüstung  aus Italien hat sein Trailschuh Portfolio 2019 mal wieder etwas erweitert.
Neben dem verbesserten Bushido in Version II gehört der komplett neu entwickelte Kaptiva zu den aktuellsten Modellen.
Nachfolgend wird sich zeigen was der neue Kaptiva so kann und wo evtl. seine Schwächen liegen und Verbesserungen angebracht wären.

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG]

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG] – PSBLOG

[WERBUNG] Der Kaptiva wurde mir auf Anfrage von La Sportiva zur Verfügung gestellt [WERBUNG]
Dieser Bericht spiegelt dennoch nur meine persönliche, unabhängige Meinung und Erfahrung wieder und wird nicht vom Hersteller beeinflusst. Bilderquelle teilweise: lasportiva.com

Testfacts

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG]Tester: Patrick

Testzeitraum: ca. 3 Wochen

Modell: Kaptiva

Kategorie: Trail, Dämpfung

Technologien: Frixion White, Impact Brake System (AT Grip Spike kompatibel), Ortholite Ergonomic 4mm

Farbe: Black/Yellow

Sprengung: ca. 6 mm

Gewicht: 280g bei Größe 42 (333g bei Größe 45)

Preis: 159€

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+ Enge und komfortable Passform, keine destabilisierende Leerräume
+ Neue enganliegende und komfortable „Trust-Fit“ Form, konzipiert für technische Wettkämpfe auf mittleren bis langen Distanzen
+ SLIP-ON Konstruktion aus knit Gewebe: reduziert auf ein Minimum das Volumen aller einzelnen Elemente des Schuhwerkes, wobei das Gesamtvolumen und die Materialschichten optimiert werden und eine umhüllende, super cleane Struktur bieten, welche für Leistung bestimmt ist.
+ Der einschichtige elastische Kragen liegt direkt am Sprunggelenk an wie eine Socke, verhindert so das Überlappen von Schichten und das Eindringen von Schmutz. Zudem erleichtert er das Anziehen des Schuhes.
+ Das Sohlen/Zwischensohlenpaket sucht die perfekte Balance zwischen Flüssigkeit, Stabilität, Flexibilität und Zug
+ Die Sohle verfügt über Impact Brake System Noppen mit differenzierter Neigung

Optik/Haptik

Black/Yellow

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Carbon/TropicBlue

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Opal/Chili

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MarineBlue/Aqua

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG]

Opal/Aqua

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Der Kaptiva ist aktuell im offiziellen Shop in 5 Farbvarianten erhältlich (3 Männermodelle, 2 Frauenmodelle). Das weitere Farbvarianten folgen werden ist nicht unwahrscheinlich, das gibt es auch bei anderen Modellen immer wieder. Nicht nur dank seines großen La Sportiva Schriftzugs ist die Zuordnung zum Hersteller sofort möglich, auch die Verwandschaft zu seinen Geschwistern Akasha, Akyra oder Lycan ist unübersehbar.
La Sportiva hat eine ganz spezielle Designhandschrift, welche sich praktisch in allen Modellen sofort erkennen lässt und auch die Farbkombination der Firmenfarben gelb und schwarz ist nicht neu. Optisch gefällt mir der Kaptiva sehr gut, allerdings nicht ganz so gut wie mein Designfavorit Bushido.
Der Kaptiva wirkt allgemein sehr hochwertig, stabil und robust aber gleichzeitig auch modern und sportlich.
Die Zunge ist gepolstert und in den, ich sage mal „Hybrideinstiegsbereich“ integriert und kann nicht verrutschen. „Hybrideinstiegsbereich“ deshalb weil der vordere Teil aus sehr elastischem Material besteht das eng anliegt und der hintere Fersenteil ganz „klassisch“ ordentlich, dick gepolstert ist.
La Sportiva verzichtet auf eine Schnürsenkelgarage, eine Entscheidung die ich eigentlich nie nachvollziehen kann. Bei der Materialauswahl und der Verarbeitung läßt La Sportiva keinen Spielraum für Kritik, Kleberückstände oder unsaubere Nähte gibts hier nicht, die Materialen machen einen sorgfältig ausgewählten Eindruck.
Als Einlegesohle kommt eine speziell entwickelte Ortholite Mountain Running Ergonomic Sohle mit einer Dicke von 4mm zum einsatz. Die Schnürsenkel und die Schnürung würde ich als „klassisch“ bezeichnen, es kommt kein Schnellschnürsystem oder sonstige Experimentelle Dinge zum Einsatz. Auf das 2. obere Loch für eine Marathon-/Fersenhaltschnürung, die ich bei vielen Schuhen einsetze hat La Sportiva verzichtet.

Laufen mit dem Kaptiva

Der Kaptiva fällt relativ klein aus und sollte eine halbe Nummer größer bestellt werden

Bei der ersten Anprobe des Kaptiva fallen ein paar Dinge sofort auf. So fällt der Schuh ca. eine halbe Nummer kleiner als fast alle meine anderen Schuhe und auch die Zehenbox fällt relativ schmal und flach aus. La Sportiva ordnet den Schuh in der Passform/Distanz Tabelle (siehe unten) ziemlich genau in der Mitte ein. Diese Einordnung ist nachvollziehbar, der Schuh passt auch mir mit meinen schmalen Füßen optimal ohne das ich die Schnürung sonderlich fest ziehen muss. Die Zunge ist auf der Oberseite zusätzlich gepolstert um den Druck durch die Schnürung zu minimieren. Der Fersenbereich ist dick gepolstert und super bequem.
Der Kaptiva ist mal wieder ein Schuh bei dem das sogenannte „Einlaufen“ entfällt. Ich fühle mich sofort wohl, der Schuh ist sehr neutral, rollt sauber ab und lässt sich für einen stabilen Trailschuh gut flexen. Der Fersenbereich ist relativ niedrig geschnitten und auch an den Knöcheln ist der Schnitt niedrig genug um nirgends unangenehm zu drücken. Die fehlenden, oberen Löcher an der Schnürung vermisse ich nicht, obwohl ich sie wahrscheinlich dennoch nutzen würde, wenn sie vorhanden wären. Der Kaptiva macht wirklich auf jedem Untergrund und bei jeder Pace richtig Spaß. Durch die 6mm Sprengung und die agile Dämpfung läuft sich der Schuh geschmeidig und die 333gr. wirken leichter als man denkt. Auch nach mehreren Läufen kann ich keine Schwachstellen oder Verbesserungsmöglichkeiten feststellen.

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Dämpfung

La Sportiva vergibt seiner Dämpfung keinen coolen Namen sondern benennt es einfach nach dem was es halt ist EVA. EVA (Ethylenvinylacetat) ist ein Polymer was praktisch in jedem Schuh genutzt wird und in angepasster Form hinter jedem coolen Dämpfungsmaterial Namen wie BOOST, IGNITE, FRESH FOAM usw. steht. Das die Dämpfung keinen Namen hat beeinträchtigt keineswegs die Funktion. Die EVA Mischungen der Hersteller sind alle techn. ausgereift, der Rest ist persönlicher Geschmack. Der Kaptiva verfügt über genügend Dämpfung für alle Anforderungen. Schläge werden auch bei schnellen bergab Passagen und Sprüngen zuverlässig geschluckt. Trotz der guten Dämpfungswirkung bemerkt man praktisch keinen Energieverlust beim Laufen und der Schuh wirkt nie weich oder schwammig. Die Dämpfung des Kaptiva ist insgesamt sehr ausgewogen und gefällt mir wirklich gut.
Ein zusätzliches Plus an Komfort nicht nur für ganz lange Läufe bietet die 4mm Ortholite Einlegesohle. 

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Grip

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG]

Beim Grip gehört La Sportiva zu den Herstellern die nicht auf die Aussensohlen von bekannten Zulieferern wie Vibram, Continetal  oder Michelin setzen. Sehr oft hatte ich bereits Schuhe von verschiedenen Herstellern bei denen sich diese Entscheidung spätestestens auf dem nassen Trail als absoluter Fehler heraus stellte.
La Sportiva ordnet die Aussensohlen nach Haupteinsatzbereich in 3 Kategorien. Innerhalb dieser Kategorien gibt es wiederum verschiedene Gummimischungen namens Frixion. Frixion wird in 5 unterschiedliche Klassen unterteilt welche jeweils farblich gekennzeichnet sind. Dies 5 Mischungen unterscheiden sich in Punkto Grip und Haltbarkeit. „Black“ und „Eco“ haben dabei den extremsten Grip und sind schon beinahe klebrig. Da die Haltbarkeit hier natürlich recht gering ist werden Sie fast nur bei glatten Kletterschuhen eingesetzt. Der Kaptiva ist wie auch einige Kletterschuhe mit
„White“ ausgestattet, damit bietet er den besten Grip für Laufschuhe und deutlich längere Haltbarkeit als „Black“ oder „Eco“.

Zusätzlich zur Gummimischung setzt La Sportiva beim Kaptiva auf ein aggressives Stollendesign. Die Stollen sind sowohl für Vortrieb als auch für Bremsungen optimal ausgerichtet, das nennt La Sportiva „Impact Brake System“.

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So viel zur Theorie, aber auf der Straße oder dem Trail zählen keine Produktbilder oder Werbesprüche sondern nur Leistung. Der Kaptiva macht hier wirklich einen tollen Job, bisher hatte noch kein von mir getester Schuh ohne Vibram Megagrip Logo einen solchen Grip. Egal ob nasser, glatter Stein, rutschige Wiese, matschiger oder wurzeliger Trail, der kaptiva bleibt fast immer Herr der Lage und man muss keine Angst vorm nächsten Schritt haben. Dabei macht es auch keinen Unterschied ob es bergauf, bergab oder durch die Kurve geht.
Über die Haltbarkeit der Stollen kann ich nach den paar Läufen nocht keine verlässliche Aussage machen, nach der aktuellen Abnutzung würde ich dem Schuh aber 800-1000km auf ca. 50% Asphalt durchaus zu trauen, bei der Nutzung ohne Asphalt natürlich entsprechend mehr.

Adidas Terrex Agravic GTX Trailschuh im Test

Der Grip Index gehört bei mir zu jedem Trailschuhtest und hilft dabei die unterschiedlichen Schuhe miteinander zu vergleichen

Noch mehr Grip gefällig ???

Für alle die in speziellen Situationen, wie z.B. auf Eis noch mehr Grip benötigen hat La Sportiva eine clevere Lösung parat. Die AT Grip Spikes werden einfach auf oder besser in die vorhandenen Stollen geschraubt. Wie viele Spikes man verwendet und auf welchen Stollen die Spikes installiert werden bleibt jedem selbst überlassen. Die AT Spikes sind kompatibel mit ausgewählten Modellen und der Vorteil liegt auf der Hand, man muss sich nämlich kein spezielles Spikemodell kaufen, allerdings kann ich keine Aussage darüber machen wie gut das System funktioniert, wie oft man die Spikes an und abschrauben kann oder wie gut sie im Gummi halten.

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Protektion

La Sportiva Kaptiva Trailschuh im Test [WERBUNG]Der Kaptiva verfügt über die wichtigsten Schutzmerkmale eines guten Trailschuhs. Die Zehenkappe besitzt zusätzlich ein dickes Gummioverlay, damit ist man beim Anstoßen gegen kleine bis mittlere Steine oder Wurzeln ausreichend geschützt.
Vor dem Durchdrücken spitzer Steine in die Fußsohle schützt die stabile Aussensohle, die üppige Dämpfung und im Vorfuß eine zusätzliche Platte aus Hartplastik (RockGuard).

La Sportiva nennt zusätzlich auch noch den flexiblen Schaftbereich zu den Sicherheitsfeatures, da dieser durch seine Passform das Eindringen von Schmutz und Steinchen verhindert. Obwohl das natürlich bedingt stimmt würde ich es eher zu den Komfortfeatures zählen.

Gallerie

Fazit

Der Kaptiva ist, wie schon fast zu erwarten war, ein Trailschuh ohne Schwächen. Die Trust-Fit Passform umschließt auch schmale Füße optimal ohne irgendwo Druck auszuüben. Der Einstiegsbereich ist vorne aus sehr flexiblem, neoprenartigem Material und bildet eine Einheit mit der Zunge, dadurch kann nichts verrutschen und es dringt kein Schmutz oder Steinchen in den Schuh ein. Der hintere Teil und der Fersenbereich ist dick gepolstert und sehr komfortabel.
Die Dämpfung ist ausgewogen und direkt was in Kombination mit der 6mm Sprengung ein wirklich agiles Laufverhalten ergibt. Zum Schutz der Füße gibt es sowohl eine stabile Zehenkappe als auch einen zuverlässigen Durchtrittsschutz aus Hartplastik im Vorfuß.
Der Grip lässt keine Wünsche offen, der Kaptiva fuinktioniert souverän auf allen glatten, weichen oder losen Belägen, egal ob trocken oder nass, der Grip liegt auf dem Niveau der besten bisher von mir getesteten Vibram Megagrip Sohlen.
Für mich ist der Kaptiva ein Schuh mit dem ich jede Herausforderung meistern kann ohne mir vorher Gedanken zu machen. Der Schuh kann von langsamen Fersenläufern genauso gelaufen werden wie von schnellen Vorfußläufern. Auch bei Intervallen, reinen Straßenläufen oder Door to Trail gibt der Kaptiva sich keine Blöße.
Der La Sportiva Kaptiva ist eine klare Kaufempfehlung für Hobby Wald-/Wiesenläufer und fortgeschrittene Ultratrailläufer. Lediglich bei Läufern mit sehr breiten Füßen oder der Liebe zu geräumigen Zehenboxen könnte der Kaptiva evtl. nicht die richtige Wahl sein.
Mit einer UVP von 159€ muss man heutzutage bei hochwertigen Laufschuhen leider leben, allerdings tut einem die Investition bei der vom Kaptiva gebotenen Qualität und Leistung nicht ganz so weh wie bei manch anderen Schuhen.

La Sportiva Kaptiva

159€
9.3

OPTIK/STYLE

9.6/10

DÄMPFUNG

9.0/10

GRIP LOSE BELÄGE

9.4/10

GRIP ASPHALT

9.2/10

PASSFORM

9.4/10

PREIS-/LEISTUNG

9.2/10

Stärken

  • super Grip auf allen Belägen
  • tolle Passform
  • gute, agile Dämpfung
  • 6mm Sprengung
  • Zehenkappe und Durchtrittschutz
  • AT Grip Spikes montierbar
  • coole Optik

Schwächen

  • Zehenbox relativ schmal und flach

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