Mizuno präsentiert bereits die 22. Generation des beliebten Wave Rider. 
Nicht viele Laufschuhe können von sich behaupten so lange erfolgreich am Markt zu sein. Der erste Rider wurde 1998 veröffentlicht und seither kontinuierlich weiterentwickelt.
Mein letzter Rider war die Version 19 und ich bin gespannt was Mizuno an dem damals schon sehr ausgereiften Schuh noch verändert oder sogar verbessert hat.
Der folgende Bericht wird zeigen ob Mizuno auch dieses Mal wieder seine Hausaufgaben gemacht hat.

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Mizuno Wave Rider 22 Laufschuh im Test

[WERBUNG] Der Schuh wurde mir von Mizuno zur Verfügung gestellt [WERBUNG]
Dieser Bericht spiegelt dennoch nur meine persönliche, unabhängige Meinung und Erfahrung wieder und wird nicht von Mizuno beeinflusst.
Diese Kennzeichnung als Werbung ist leider Pflicht.

Testfacts

Tester: Patrick

Modell: Wave Rider 22

Kategorie: Straße, Neutral, Dämpfung

Technologien: Wave, Dynamotionfit, Intercool, Airmesh,
Pebax, SmoothRide, U4icX, X10

Farbe: Ombre Blue/Safety Yellow/Diva Blue

Sprengung: ca.12mm

Gewicht: 295gr. Herren, 250gr. Damen

Preis: UVP 145€

Optik/Haptik

Der Rider 22 ist natürlich schon von weitem wieder direkt als Mizuno zu erkennen. Insgesamt wirkt der Rider 22 deutlich moderner und dynamischer als mein Rider 19 von 2016. Bei den Farbkombinationen geht Mizuno wieder einen sehr eigenwilligen Weg und bietet keine ganz dezenten Varianten an. Von den 4 Männer-/ und 3 Frauenvarianten finde ich besonders die grauen Modelle (wie mein Testschuh) wirklich mega stylisch. Das dunkle grau in Kombination mit der blauen Mittelsohle und den gelben Akzenten sieht einfach klasse aus.

CherryTomato/White/TurkishTile

OmbreBlue/SafetyYellow/DivaBlue

SafetyYellow/Black/SafetyYellow

SurftheWeb/White/GreenGecko

BlueAtoll/White/GeorgiaPeach

BlueMirage/FieryCoral/DivaBlue

FieryCoral/Silver/PeacockBlue

Der Rider bleibt auch in der 22. Auflage ein absolut klassischer Laufschuh ohne irgendwelche experimentelle Änderungen wie sockenartiger Einstieg, 0 Sprengung oder merkwürdige Schnürsysteme.
Der Schuh besitzt eine klassische 12mm Sprengung, einen „normalen“ Mesh Oberschuh, einen „normalen“ Schaftbereich und eine „normale“ Schnürung, welche nicht auf das für manche Läufer äußerst wichtige, zusätzliche obere Loch verzichtet, man kann also die „Marathon-/ oder Fersenhaltschnürung“ nutzen. Der Schuh lässt sich im Vorfußbereich leicht flexen und um dem Fersenläufer den Abrollvorgang zu erleichtern ist die Ferse stärker nach oben gezogen und abgerundeter.
Die Verarbeitung zeigt keinerlei Makel und die verwendeten Materialien wirken alle samt hochwertig.

Laufen mit dem Wave Rider 22

Der Rider 22 ist wie meine Rider zuvor wieder mal ein echter „rein schlüpfen und los laufen“ Schuh. Manche bezeichnen den Rider als etwas emotionslos und das kann man auch teilweise verstehen, das ist aber gar nicht unbedingt negativ gemeint. Ich bin schon mit sehr vielen Schuhen gelaufen und habe 2-3 Lieblingsschuhe die ich mit Emotionen verbinden würde. Auf der anderen Seite gibt es aber sehr viele Schuhe bei denen irgendetwas, und wenn es nur eine winzige Kleinigkeit ist, nicht passt und das weckt wahre Emotionen, aber nicht die gute Art :-).
Den Rider hat man nach den ersten paar Metern bereits vergessen, nichts stört. Der Schuh ist bequem, aber nicht weich. Die recht hohe 12mm Sprengung merkt man dem Rider nicht mehr so sehr an wie seinen Vorgängern. Der Fersenlauf wird dank der weit hochgezogenen, runden Fersenkonstruktion nicht provoziert und der Schuh rollt sauber ab. Ein weiterer Vorteil der Fersenkonstruktion; bei Mittelfußläufern (wie mir) kommt es bei manchen Schuhen mit hoher Sprengung dazu das die Ferse vor dem Aufsetzen leicht am Boden schleift, das nervt und irritiert mich manchmal, beim Rider passiert das nicht. Der Rider ist ein Neutralschuh und besitzt keine Pronationsstütze um das nach innen Knicken des Fußes zu verhindern. Obwohl der Laufstil nicht beeinflusst wird, bietet der Rider 22 nicht viel weniger Support als manche gestützte Modelle. Dieser Support macht sich besonders positiv bemerkbar wenn die Beine müder und der Laufstil unsauber wird.

Dämpfung

INFO: Die Dämpfung wird beim Rider 22 vom Mittelsohlenmaterial U4icX in Kombination mit einer Wave Plate übernommen. U4icX ist eine Weiterentwicklung des seit vielen Jahren bewährten U4ic Materials. Dabei handelt es sich, wie bei vielen anderen Herstellern auch, um ein modifiziertes EVAC (Ethylen-Vinylacetat-Copolymer) Material.
PRAXIS: Wie bereits erwähnt war mein letzter Rider der 19 welcher noch mit dem Vorgänger Dämpfungsschaum U4ic ausgestattet war. Da mein 19er noch gut in Schuss ist habe ich ihn extra nochmal zum Vergleich angezogen. Ich muss sagen das zusätzliche X einer verbesserten Dämpfung spüre ich nicht wirklich. Die Dämpfung des Riders war schon immer auf recht hohem Niveau, genau wie schon ap, ap+ und U4ic zuvor ist auch U4icX ein Dämpfungsmaterial auf dem aktuellen Stand der Technik. Der Rider 22 ist ausreichend bequem und gut gedämpft um lange Strecken bis hin zum Marathon damit zu bewältigen, das Material verschwendet dabei aber nicht merklich Energie sondern wirkt auch bei schnellen Läufen reaktionsfreudig und agil. 

Grip

INFO: Genau wie beim Dämpfungsmaterial macht Mizuno auch bei der Außensohle keine Experimente. Hier kommt das seit vielen Jahren (seit dem Rider 3, im Jahre 2000) das bewährte X10 Material in Kombination mit einem vertrauten Sohlenprofil zum Einsatz. Bei X10 handelt es sich um eine Karbon-/Gummimischung mit hoher Abriebfestigkeit, also wenig Abnutzung bei gutem Grip.
PRAXIS: Auch wenn das Material inzwischen seit 18 Jahren eingesetzt wird macht es immer noch einen guten Job und hat mich noch nie enttäuscht. Die Haltbarkeit von X10 ist überdurchschnittlich, sodass die Außensohle locker mind. 800km-1000km durchhalten sollte. Beim Grip reiht sich die X10 Sohle des Rider 22 im Mittelfeld ein. Vom Grip mancher Vibram Megagrip Sohlen ist X10 besonders bei Nässe und losem Untergrund schon deutlich entfernt, auf der Straße gibt es aber eigentlich nie Grip Probleme. Auch auf feuchtem Kopfsteinpflaster kann getrost zügig um die Kurve laufen.

Vergleich Wave Rider 22 / 19

links Rider 22 – rechts Rider 19 ; Bilder können mit der Maus bewegt werden

Auf den beiden unteren Bildern kann man sehen was sich seit dem 19. Modell des Riders geändert hat. Natürlich hält auch Mizuno sich ganz an das Prinzip „never change a winning system“. Die Änderungen zwischen den einzelnen Generationen halten sich in Grenzen und auch nach 3 Updates sind nur wenige Veränderungen wirklich offensichtlich. Neben den Farbupdates und kleineren Design Änderungen sind mir folgende Änderungen aufgefallen:

1: Neu beim Rider 22 ist das Mesh Obermaterial, welches jetzt noch leichter, flexibler und atmungsaktiver als zuvor.
2: Der Schaft und der Fersenbereich sind insgesamt etwas tiefer, dadurch ist der Schuh noch bequemer am Knöchel und der Achillessehne um dabei nicht an Halt zu verlieren ist die Polsterung im Schaftbereich etwas dicker geworden.
3: Um besonders Fersenläufern einen weicheren Abrollvorgang zu bieten, hat Mizuno die Sohle an der Ferse stärker geschwungen und nach oben gezogen, so setzt der Fuß weicher auf und wird automatisch in eine Abrollbewegung gezwungen.
4: Die Sohle wurde im Vorfußbereich um eine weitere Flexkerbe erweitert um den Schuh flexibler zu machen. Die teilweise abgekoppelte Ferse wurde wieder nahtlos in die Sohle integriert (je mehr die Ferse abgekoppelt ist, desto schwammiger wirkt der Aufsatz bei Fersenläufern).

Ich persönlich halte alle Änderungen für sinnvoll, wobei eigentlich nur der neue Schaftbereich wirklich einen merkbaren Unterschied macht.

In diesen Shops findet übrigens jeder den passenden Schuh, Kleidung oder Equipment













Gallerie

Fazit

Mizuno präsentiert mit dem Wave Rider 22 einen Laufschuh der sich keine Blöße gibt. Der Klassiker ist Massen kompatibel wie kaum ein anderer Schuh und ein Allrounder der einfach funktioniert. Wer sich nicht unzählige Laufschuhe für alle möglichen Einsatzgebiete kaufen kann oder will oder einfach einen Begleiter für viele, viele Kilometer sucht, wird mit dem Rider wahrscheinlich nichts falsch machen.
Trotz der recht hohen Sprengung provoziert der Rider nicht das Aufsetzen auf der Ferse, sondern eher das Gegenteil, die stark abgerundete Ferse sorgt dafür das der Fuß etwas weiter vorne aufsetzt und automatisch in eine abrollende Bewegung gebracht wird, das reduziert die Aufprallkräfte. Der Rider bietet in allen Situationen genügend Dämpfung ohne dabei schwammig oder träge zu wirken, damit kann man ihn nicht nur für sehr lange Läufe sondern auch für schnelle Läufe oder Intervalle uneingeschränkt empfehlen.
Bis auf nasse oder matschige Trails ist der Rider für alle Untergründe (Wald, Schotter, Asphalt, Forst-/Weinbergswege) geeignet.
Die UVP von 145€ ist alles andere als ein Schnäppchen, aber leider heutzutage Standard in dieser Laufschuhkategorie. Der Schuh ist im Netz aber bereits deutlich günstiger zu haben.

Mizuno Wave Rider 22

145€
9.1

OPTIK/STYLE

9.6/10

PASSFORM

9.2/10

GRIP ASPHALT

9.2/10

DÄMPFUNG

9.2/10

DYNAMIK

8.8/10

PREIS-/LEISTUNG

8.8/10

Stärken

  • sehr guter Allrounder
  • praktisch keine Schwächen
  • gute Dämpfung
  • Passform und Schnürung passen bestimmt zu mind. 80% aller Füße
  • anziehen und los laufen

Schwächen

  • nicht ganz günstig
  • weniger Sprengung würde den Schuh dynamischer machen (von den Rider Kunden/Fans aber nicht gewünscht)
  • etwas steif

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