Der Daichi 4 ist im Mizuno Sortiment zwischen dem stabilen Mujin und dem leichten, agilen Hayate angesiedelt.

Der Namenszusatz GTX steht hier wie bei vielen Modellen verschiedener Hersteller für die wasserdichte Version mit Gore Tex Membran.
Beim Grip setzt Mizuno wieder auf eine Sohle aus dem Hause Michelin, welche bisher nicht immer überzeugen konnten.

Ob das „Zwischenmodell“ Daichi Sinn macht und wie sich der Schuh und die Michelin Sohle so im Einsatz schlagen, klärt der nachfolgende Bericht.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh

Testfacts

Tester: Patrick Salm

Testzeitraum: ca. 3 Wochen

Modell: Daichi 4 GTX

Kategorie: Trail

Technologien: Wave, Dynamotion Fit,
AirMesh, Xtaride, AP+, GoreTex, Michelin Outsole

Farbe: DShadow/QShade/PGreen

Sprengung: 12mm (unbestätigt)

Gewicht: 325g (US9)

Preis: 140€

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[WERBUNG] Der Wave Daichi 4 GTX wurde mir von Mizuno zur Verfügung gestellt [WERBUNG]
Dieser Bericht spiegelt dennoch nur meine persönliche, unabhängige Meinung und Erfahrung wieder und wird nicht vom Hersteller beeinflusst. Bilderquelle teilweise: mizuno.com

Optik/Haptik

Wie immer ist der optische Eindruck natürlich ziemlich subjektiv und Geschmackssache. Der Daichi ist wie alle anderen Schuhe des chinesischen Herstellers sofort als Mizuno zu erkennen. Bei der Farbwahl denkt Mizuno natürlich an den Einsatzzweck des Schuhs, in der Regel Nässe, Dreck und Matsch. Die Kombination aus dunklem grau und den grünen Akzenten gefällt mir sehr gut und ist nicht schmutzanfällig. Der Schuh ist je 2 Farben für Männer und Frauen erhältlich. Mizuno kooperiert bei diesem Modell gleich mit 2 spezialisierten Firmen, von Gore Tex kommt die wasserdichte Membran und von Michelin die Außensohle.
Die Außensohle macht den Haupt Einsatzzweck direkt klar, der Schuh ist nicht unbedingt für die Straße gemacht.
Der Daichi ist, wie bei Mizuno eigentlich Standard, ein „normaler, klassischer“ Schuh, mit normaler Schnürung, Zunge, Einstiegs- und Fersenbereich.
Bei der Schnürung denkt Mizuno auch wieder an die zusätzlichen, oberen Löcher für eine Marathon- oder Fersenhaltschnürung. Die Länge der Schnürsenkel passt, auf eine Schnürsenkelgarage verzichtet Mizuno wie viele andere Hersteller auch.
Die Verarbeitung des Daichi 4 GTX ist einwandfrei, es gibt keine Kleberückstände oder schlechte Nähte. Eine herausnehmbare Einlegesohle ist natürlich auch wieder dabei.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh Woman
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh Woman

Laufen mit dem Daichi

Die Passform des Daichi ist, wie man es von Mizuno gewöhnt ist, massenkompatibel mittel. Gleiches gilt auch für die Höhe und Breite der Zehenbox. Für mich persönlich dürfte der Schuh zwar ruhig etwas schmäler sein, er lässt sich aber mit der guten Schnürung, dem zusätzlichen oberen Loch und dem „adjustable Lacing System“ (siehe Bild rechts), ziemlich perfekt an den Fuß anpassen.
Beim ersten Lauf bin ich etwas überrascht das der Daichi trotz seines Gewichts und der 12mm Sprengung deutlich agiler und flexibler ist als sein großer Bruder Mujin. An die Leichtigkeit und Agilität des Hayate kommt er zwar nicht heran, aber das muss er auch gar nicht.
Der Schuh läuft sich komfortabel und neutral und trotz der 12mm Sprengung kann ich den Daichi auch auf dem Mittel-/ oder Vorfuß laufen, der Fersenlauf wird keineswegs provoziert.
Die Sohle ist natürlich relativ robust und steif, das Flexen geht zwar deutlich schwerer als bei leichten Straßenschuhen, das Abrollverhalten des Schuhs ist aber OK.
Was ich wirklich gut am Laufen mit dem Daichi finde sind die Allrounderqualitäten. Mit dem Daichi bin ich nie falsch beschuht, egal ob ich für ein paar Kilometer auf die Straße wechsle, der Lauf mal deutlich länger wird als geplant oder ich zwischendurch ein paar Sprints mache, der Daichi passt fast immer.

Dämpfung

Die Dämpfung des Daichi sowie der anderen Mizuno Trail Modelle übernimmt das Zwischensohlenmaterial ap+ in Kombination mit einer Wave Plate. Warum Mizuno bei den Trailmodellen ap+ und nicht das neuere U4ic oder U4icX verwendet ist mir nicht bekannt evtl. liegt es daran das man auf dem Trail weniger und eher eine festere Dämpfung benötigt.
Der Daichi ist merkbar komfortabler als der leichte, agile Hayate den ich sehr gerne laufe. Die Dämpfung ist dennoch schön straff, man bemerkt kein Einsinken in den Schuh und auch keinen Energieverlust beim Abdruck. Längere Strecken auf Asphalt machen dem Daichi gar keine Probleme, hier läuft er sich zwar nicht ganz so komfortabel wie z.B. der Rider, dämpft aber trotzdem zuverlässig.

Grip

Der Daichi 4 GTX ist mit einer Michelin Außensohle ausgestattet. Im Gegensatz zu Außensohlen von Vibram sind Michelin Außensohlen eher weniger verbreitet.
Die bisher von mir getesteten Michelin Sohlen hinterließen, im Gegensatz zu den durchweg guten Leistungen der Vibram Sohlen, einen zwiegespaltenen Eindruck.
Während der Grip des Mujin 3 GTX absolut nicht überzeugen konnte, lieferte die Michelin Sohle des Hayate 3 eine sehr gute Vorstellung.

Das Profil des Daichi ist eigenständig und ähnelt weder Mujin noch Hayate.
Beim ersten Lauf auf nassem Untergrund wird schnell klar das die Sohle außer der grünen Farbe keine Gemeinsamkeiten mit der Sohle des Mujin 3 hat.
Nach mehreren Läufen auf allen möglichen Belägen von Aphalt bis Schlamm kann ich den Grip insgesamt als sehr gut bezeichnen.
Der Daichi 4 leistet sich nirgends einen Patzer. Hervorheben kann man besonders den guten Grip in alle Richtungen, der Daichi funktioniert nämlich bergauf, bergab und in Kurven super zuverlässig.
Auch wenn er bei ganz weichen, tiefen Belägen aufgrund der relativ kleinen Stollen keinen Spitzenplatz erreicht, ist er auf nassen, glatten Untergründen, Trails oder auch Schotter ein ebenbürtiger Gegner für die Konkurrenten aus dem Hause Vibram oder Continental. Lediglich einige Vibram Megagrip Sohlen performen noch einen Tick besser.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh Grip

Der „Grip Index“ ist ein Versuch von mir die Grip Level bei Trailschuhen besser vergleichen zu können. Er findet sich bei allen meiner neueren Trailschuhbeiträge

Protektion

Laufschuhe sind zwar keine Sicherheitsschuhe im harten Gelände sollten sie die Füße aber dennoch vor einigen Einflüssen schützen.
Primär geht es bei Trailschuhen um den Schutz der Fußsohlen, also das spitze Steine sich nicht bis in den Fuß bohren und den Schutz der Zehen.
Der „Durchtrittschutz“ im hinteren Teil des Schuhs wird nicht nur von der Außensohle und der Dämpfung sondern zusätzlich auch von der integrierten Wave Plate aus relativ robustem Kunststoff übernommen. Im vorderen Bereich müssen Außensohle und Mittelsohle zwar alleine mit Eindringlingen klar kommen, aber selbst bei Läufen auf spitzen oder scharfkantigen Steinen gibt es nie zu hohe punktuelle Drücke für die Fußsohlen und schon gar keine unangenehmen Schmerzen.
Im Gegensatz zum stabileren Mujin wird beim Daichi zu Gunsten des Gewichts und der Flexibilität auf die zusätzliche ESS Rock Plate verzichtet und ganz ehrlich, ich kann mir kaum ein Szenario vorstellen in der man soviel Schutz wirklich benötigt.
Der Schutz der Zehen wurde beim Daichi in jeder Version überarbeitet, seit der Version 3 wurde auf das Lederoverlay zusätzlich noch ein Overlay aus robustem Gummi aufgebracht. Damit sind nicht nur die Zehen in den meisten Situationen ausreichend geschützt sondern auch die Zehenbox und das Mesh des Schuhs.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh

Nässeschutz/Atmungsaktivität

Viele Hersteller haben inzwischen eigene wasserdichte oder wasserabweisende Materialien entwickelt die mehr oder weniger gut funktionieren.
Möchte man einen garantiert wasserdichten Schuh mit robustem Obermaterial und keine Überraschungen oder Experimente nimmt man einfach gleich einen Schuh mit Gore Tex Membran. Herstellerunabhängig tragen die wasserdichten Modelle fast immer ein „GTX“ hinter dem Namen.
Gore ist der Marktführer bei wasserdichten Membranen für Schuhe und Kleidung und legt großen Wert auf Qualitätskontrolle. Das Label gibt es nur wenn Gore selbst die Dichtheit durch hauseigene Tests überprüft hat.
Dementsprechend gibt es hier auch keine Probleme, der Schuh ist absolut dicht und die Füße bleiben immer trocken, zumindest so lange das Wasser nicht durch den Einstiegsbereich rein läuft.
Die Atmungsaktivität bleibt bei Gore Tex Membranen weitestgehend erhalten. Natürlich ist die wasserdichte Membran ein paar Gramm schwerer und auch dichter als herkömmliches Mesh und im Sommer bemerkt man schon eine minimal gesteigerte Temperatur im Schuh, da die meisten Läufer solche Schuhe aber wohl selten im Sommer einsetzen werden freut man sich eher wenn die Füße das eine oder andere Grad wärmer sind als üblich.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh
Mizuno Wave Daichi 4 GTX Trailschuh

Gallerie

Fazit

Mizuno liefert mit dem Daichi 4 einen grundsoliden Trailschuh mit breitem Einsatzspektrum ab. Er ist die optimale Mischung zwischen Hayate und Mujin.
Das Design des Schuhs reiht sich nahtlos in die Mizuno Familie ein und gefällt mir. Die Farbkombination aus dunklem grau und grünen Akzenten ist unauffällig aber nicht langweilig.
Die Passform des Daichi ist Mizuno typisch für die breite Masse ausgelegt, ich denke für mind. 80-90% der Füße ist der Schuh weder zu weit noch zu eng, dies trifft auch für die breite und Höhe der Zehenbox zu.
Im Gegensatz zu der relativ schwachen Leistung beim Mujin 3 kann die Performance der Michelin Außensohle beim Daichi voll überzeugen. Ähnlich wie bereits beim Hayate 3 funktioniert die Sohle nicht nur auf trockenen Belägen, sondern auch auf nassen, glatten Untergründen wie Schiefer, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Die Anordnung der Stollen wirkt auf den ersten Blick ziemlich wahrlos und chaotisch und vielleicht ist es auch Zufall, aber der Daichi bietet ordentlich Grip in alle Richtungen, egal ob bergauf, bergab oder in Kurven.
In tiefem Matsch oder bei sehr weichem Boden sind Schuhe mit größeren Stollen dem Daichi zwar bauartbedingt etwas überlegen, aber eine Blöße gibt sich die Michelin Sohle nie.
Das allgemeine Grip Niveau des Daichi 4 liegt auf jeden Fall im oberen drittel der besten Sohlen, einige Vibram Megagrip Sohlen sind aber trotzdem noch einen Tick aggressiver.
Die Dämpfung macht ebenfalls einen guten Job, ohne sich wirklich bemerkbar zu machen. Der Daichi ist nicht weich oder schwammig sondern eher fest, Stöße werden trotzdem zuverlässig gedämpft und auch lange Läufe auf Asphalt sind kein Problem. Das Abrollverhalten ist schön neutral und der Daichi lässt sich sowohl auf der Ferse als auch auf dem Vorfuß laufen ohne einen bestimmten Stil zu provozieren. Die Flexibilität geht für einen Schuh dieser Kategorie in Ordnung, das Flexen ist aber aufgrund der stabileren Außensohle trotzdem deutlich schwerer als bei vergleichbaren Straßenmodellen. Eine geringere Sprengung von evtl. 8mm oder 6mm wie beim Hayate würden bestimmt noch etwas besser zum Daichi passen.
Auch um den grundlegenden Schutz der Füße kümmert sich der Daichi 4 für meinen Geschmack absolut ausreichend, nichts drückt sich von unten in die Fußsohle und gleich 2 robuste Overlays schützen Zehen und Obermaterial.
Ach ja, wasserdicht ist er natürlich auch, keine Überraschung, denn sonst gäbe es kein GTX im Namen und schon gar kein Gore Tex Schildchen.
Alles in Allem gefällt mir der Daichi 4 sehr gut und ist auf jeden Fall ein Schuh den ich als Trail oder Door to Trail Allrounder weiterempfehlen würde.
Die UVP von 130€ für die „normale“ und 140€ für die wasserdichte GTX Version geht bei der Qualität in Ordnung und ist ein ganz normaler Preis im Marktvergleich der hochwertigen Trailschuhe, dennoch ist es natürlich nicht gerade wenig Geld. Mit etwas Glück ist der Schuh im Netz schon ab 100€ zu haben.

Mizuno Wave Daichi 4 GTX

140€
9.1

OPTIK/STYLE

9.2/10

DÄMPFUNG

9.0/10

GRIP LOSE BELÄGE

9.2/10

GRIP ASPHALT

8.8/10

PASSFORM

9.2/10

PREIS-/LEISTUNG

9.0/10

Stärken

  • gute Passform
  • ausgewogene Dämpfung
  • guter Grip auch auf nassen Belägen
  • absolut wasserdicht
  • guter Durchtrittschutz
  • guter Zehenschutz

Schwächen

  • 12mm Sprengung (6-8mm würden noch besser zum Schuh passen)
  • nicht ganz leicht
  • nicht so agil wie der Hayate

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